Veränderte Urlaubsgewohnheiten:
Der Trend geht zum Abenteuer
27. Feb 2008 16:44, ergänzt 16:45
 |  Auf Ahnensuche in der afrikanischen Savanne | Foto: AP |
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Altruistischer Aktivurlaub, klimafreundliche Expeditionen und Ahnensuche statt lahmes Büfett auf dem Kreuzfahrtschiff – Hauptsache, unvergessliche Erinnerungen werden geschaffen.
Der Trend im Tourismus geht nach Einschätzung von Branchenkennern weg vom konventionellen Urlaub, weg vom Sonnenbaden am Strand, vom Aufenthalt im umzäunten Ferienclub, weg vom Büfett auf dem Kreuzfahrtschiff. Immer mehr Urlauber suchen das Abenteuer, wobei der Begriff «Abenteuer» weit gefasst ist, wie aktuelle Beobachtungen aus den USA zeigen. Er reicht vom Aktivurlaub mit viel Sport bis hin zu aktivem Umweltschutz oder Entwicklungshilfe.
«Die Leute suchen auf ihren Reisen vermehrt authentische, einzigartige Erfahrungen, die ihren Horizont erweitern und Erinnerungen schaffen, die ein Leben lang halten», sagt Chris Doyle, Vizepräsident der Organisation Adventure Travel Trade Association (Atta) in Seattle. Nach Angaben von ATTA sind Abenteuerreisen das am stärksten wachsende Segment im Tourismus. Da Trends aus den USA oft auch nach Europa überspringen, hier einige Beispiele:
Frauen on the road
Zunehmend verreisen Frauen im Alter zwischen 41 und 60 Jahren allein, ohne ihre Männer. Nach Beobachtungen von Atta fielen im Jahr 2006 mehr als die Hälfte der Abenteuerreisenden in diese Gruppe. «Wir haben immer gedacht, Aktivurlaub wäre etwas für Leute in den 20ern», sagt die Gründerin des Frauen-Online-Reisedienstes journeywoman.com. «Inzwischen ist es aber nicht mehr unüblich, dass 50-jährige oder 60-jährige Frauen Kajak fahren, Bergsteigen oder Surfen.»
Altruistischer Urlaub
Freiwillige Entwicklungshilfe scheint zumindest in den USA stark im Kommen zu sein. Die Organisation Global Volunteers in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota verzeichnete im vergangenen Jahr um 30 Prozent höhere Teilnehmerzahlen, wie Mitgründerin Michele Gran berichtet. Meist handelt es sich um Mitglieder der 68er Generation, die in den USA «Baby Boomer» heißen. Da jedoch vor allem die Zahl der unter 20-Jährigen steige, seien offenbar zunehmend auch die Kinder der Baby Boomer dabei.
Forschen statt Fläzen
Zunehmendes Interesse finden Expeditionen für die Umweltforschung, wie das weltweit tätige Earthwatch Institute berichtet. Dazu gehört die Vermessung von Korallenriffen auf den Bahamas ebenso wie die Beobachtung von Seeschildkröten bei der Eiablage, die Erforschung von Gletschern oder die Beobachtung der Wal-Wanderung in verschiedenen Teilen der Erde.
Klimaschutz-Kreuzfahrt
Eine besondere Variante der Kreuzfahrt für Abenteuerurlauber sind Expeditionen, die nicht in die sonnige Karibik oder rund ums Mittelmeer führen, sondern beispielsweise in die Antarktis, zu den Galapagos-Inseln oder nach Alaska. Solche Fahrten auf größeren und kleineren Schiffen zielen auf Aktivurlauber ebenso wie auf Naturliebhaber und Umweltschützer. Während der Fahrt gibt es Vorträge und Präsentationen über die angesteuerten Ziele. «Auf Expeditionskreuzfahrten geht es darum, was vom Schiff aus zu sehen ist», sagt die Chefredakteurin der Informationsseite CruiseCritic.com, Carolyn Spencer Brown.
Simulierter Luftkampf
Wohl eher an «harte Männer» richten sich diese Angebote für Action-Urlaub: Teilnehmer können beispielsweise Hinderniskurse absolvieren, wie sie für das Training militärischer Spezialeinheiten entwickelt wurden, üben Fallschirmspringen, fahren Rennwagen, gehen extreme Bergsteigerrouten oder fliegen Militärjets oder Propellermaschinen in simulierten Luftkämpfen.
Softadventures
Und auch das völlige Gegenteil gehört zum vielfältigen Angebot: Softadventure-Urlaub kombiniert beispielsweise Yoga mit Surfen oder Snowboardfahren. Kulinarische Reisen durch Asien fallen ebenso unter diese Kategorie wie eine Tour durch Weinanbaugebiete mit den entsprechenden Verköstigungen.
Herkunft zurückverfolgen
Vor allem für Menschen aus der «Neuen Welt» faszinierend sein könnte das Angebot einer kleinen Firma aus Kalifornien (amazingdna.com): Das Abenteuer besteht in der Suche nach den eigenen Wurzeln. Das Unternehmen erstellt eine DNS-Analyse und einen Familienstammbaum. Die genetische Analyse und der Abgleich mit Forschungsdaten kann angeblich die Herkunft über Tausende von Jahren zurückverfolgen. Das Unternehmen arbeitet mit Reiseveranstaltern zusammen, die individuelle Touren zu den Herkunftsorten der Ahnen zusammenstellen, sei es Afrika, Europa oder Israel. (AP)