Inselwelt der Philippinen: 

netzeitung.deTierisches Nachtleben auf der Insel Bohol

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Unterwegs auf dem Loboc River: Ausflugsboote in der tropischen Landschaft (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Unterwegs auf dem Loboc River: Ausflugsboote in der tropischen Landschaft
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Schokoladenhügel, Pyramiden und handgroße Äffchen - auf Bohol fühlt man sich wie auf einem anderen Planeten. Die Schönheit der Landschaft hat auf jeden Fall eine entrückende Wirkung.

Mehr als 7000 Inseln gehören zu den Philippinen. 7107 sind es, um genau zu sein. Eine von ihnen ist allerdings einzigartig: Bohol bietet neben Sandstränden und Tauchrevieren eine fast schon außerirdisch anmutende Landschaft.

Die mit Gras bewachsenen Hügel im Zentrum der Insel färben sich in der trockenen Jahreszeit braun. Eine Tour zu den «Chocolate Hills» lohnt sich aber auch, wenn diese sich in Grün präsentieren. Zudem sollten Bohol-Gäste den Koboldmakis einen Besuch abstatten: Die putzigen Pelztiere zählen zu den kleinsten Halbaffen der Welt und sind auf der Insel heimisch, die eine gute Flugstunde südlich der Hauptstadt Manila liegt.

Auf einem anderen Planeten gelandet
Zwar gibt es nicht ganz so viele «Schokoladenhügel» wie Philippinen-Inseln, aber auch 1268 ist eine stattliche Zahl. Auf einem mehrere Quadratkilometer großen Gebiet in der Nähe der Städtchen Carmen und Batuan ragen sie teils etwa 40 Meter, teilweise aber auch bis zu 120 Meter in die Höhe. Ihre Entstehung führen Geologen unter anderem auf Erdbewegungen und Erosion zurück.

Üblicherweise sind aber die Reime, die sich die Einheimischen auf solche Phänomene gemacht haben, spannender. Auf Bohol erzählt man sich, ein Riese habe sich in ein Mädchen verliebt und es entführt. Doch das Mädchen starb, und der Riese weinte bittere Tränen - so lange, bis sie sich in die Hügel verwandelten. Auch eine zweite populäre Geschichte dreht sich um Riesen: «Zwei von ihnen haben gestritten und sich mit Steinen beworfen», erzählt Reiseführerin Ruby Chinchez. Der Streit war irgendwann beigelegt, die Hügel blieben.

Man muss all das aber gar nicht wissen, um von den «Chocolate Hills» fasziniert zu sein. Wer zum Beispiel auf dem Aussichtspunkt in der Nähe von Carmen steht, ist nur 60 Kilometer von Bohols Hauptstadt Tagbilaran mit seinem Flughafen, dem Straßenlärm und den zahlreichen Pfandhäusern entfernt. Er kann sich aber leicht so fühlen, als sei er plötzlich auf einem anderen Planeten gelandet. Längst nicht alle, aber doch viele Hügel sind von hier aus zu sehen. Manche sind nahezu ebenmäßig geformte Kegel, andere eher spitz und sehen daher aus wie Pyramiden. Zwischen den Hügeln erstrecken sich Wälder und schlängeln sich Wanderwege, einige Flächen bewirtschaften Bauern.

Riesige Kulleraugen
In den Souvenirlädchen gibt es einen Artikel in rauen Mengen aus Plüsch: Bohols zweites Wahrzeichen ist der Tarsier - auf Deutsch Koboldmaki oder Gespensttier. Letzteren Namen dürfte das Halbäffchen mit dem braunen Fell, das nur etwas größer ist als ein Goldhamster, bekommen haben, weil es bei Nacht aktiv ist. Gespenstisch wirkt es allerdings nicht.

Ein Bild davon können sich Besucher auf halber Strecke zwischen den Hügeln und Tagbilaran machen: in einem urwaldartigen Gehege am Loboc River, auf dem Bootstouren angeboten werden. Etwa 20 Tarsier klammern sich mit den Haftballen an ihren Fingern und Zehen an Äste. Mit ihren im Vergleich zum Körper riesigen Kulleraugen scheinen sie die Besucher genau zu mustern - und rühren sich nicht. Wenn sich die Nacht über Bohol senkt, führen sie sich vermutlich ganz anders auf. (Von Florian Oertel, dpa)