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Einsame Inka-Ruinen als Ziel für Abenteurer

23. Jan 2008 11:10
Mindestens sechs Tage dauert die Bergwanderung nach Choquequirao
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Die Inka-Ruinen «Machu Picchu» in Peru werden von immer mehr Touristen besucht. Für abenteuerlustige Wanderer gibt es jedoch eine einsame Alternative: die Inkastadt Choquequirao.

Noch ein Aufstieg, dann ist es geschafft: Der letzte Pass ist genommen, und es kommt in 3100 Meter Höhe die alte Inkastadt Choquequirao in den Blick. «Wiege des Goldes» bedeutet ihr Name in Quechua, der Sprache der Inka. Manchmal wird die Ruinenstadt auch «Schwester Machu Picchus» genannt - weil sie dem berühmten Besuchermagneten in den peruanischen Anden so ähnlich ist. Und mit ihren Ausblicken ins tiefe Apurimac-Tal stellt Choquequirao in der Tat eine Alternative zum Besuch des überlaufenen Weltwunders dar.

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Mit rund 2000 Besuchern täglich ist Machu Picchu mittlerweile deutlich überlastet, und auf dem «Inka-Trail» treten sich jährlich 500 Gruppen mit jeweils bis zu 40 Trekking-Fans auf die Stiefel. In Choquequirao hingegen sind die Abenteurer fast unter sich - abgesehen von den Archäologen, denen sie bei der Arbeit zuschauen können.

Choquequirao ist knapp 45 Kilometer vom Machu Picchu entfernt und bisher nur zu einem Viertel freigelegt. Die Stadt war eine der letzten Bastionen des Widerstandes der Inka gegen die Spanier im 16. Jahrhundert. Sie besitzt Aquädukte, Tempel, Wohnhäuser und Brunnen. Berühmt sind die «weißen Lamas» aus Stein auf den großen Terrassen.

Keine Straße und keine Eisenbahn

Die «Wiege des Goldes» war lange in Vergessenheit geraten, erste Ausgrabungen gab es 1986, die ersten Trekking-Freaks kamen 1993. Viel hat sich seit dem nicht geändert. Gerade 60 Personen besuchen pro Woche die Anlage. Keine Straße und keine Eisenbahn führt hierher - und selbst der Wanderweg ist kein Kinderspiel. Es gibt die sechstägige Route von Cachora aus sowie die lange, abenteuerliche Strecke von Huancalle über Choquequirao nach Cachora. Nur 20 Gruppen machen sich pro Jahr auf, um diese 13-tägige Route zu meistern.

Von Huancalle zur «Wiege des Goldes» sind es rund 90 Kilometer Fußmarsch. Der Weg führt durch die Schluchten das Gebiets Vilcabamba, des letzten Rückzugsraums der Inka. Es war im Jahr 1537, als sich Häuptling Mancu Inca gegen die spanischen Eroberer auflehnte. Nachdem er die Schlacht um Cusco verloren hatte, zog er sich mit seinen Getreuen nach Vilcabamba zurück, um einen neuen Staat zu gründen.

Als Vorposten der Zivilisation wartet ein verschlafenes Bergdorf
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Viele Jahre konnten die Inka neue Städte errichten - Dutzende Ruinen und Siedlungen überziehen deshalb die Region. Touristen verirren sich aber nur selten in diesen abgelegenen Winkel der Anden. «Es gibt hier so viele versteckte Inka-Ruinen, dass es noch Jahre dauern wird, nur einen Teil davon freizulegen», versichert Edison Perez Sanchez, der die Wandergruppe nach Choquequirao begleitet.

Das Erlebnis muss hart erkämpft werden: Geschlafen wird in Zelten neben Gebirgsbächen oder auf Felsvorsprüngen mit Panoramablick. Täglich müssen rund acht Stunden zu Fuß zurückgelegt werden - kein einfaches Unternehmen in Höhen von zum Teil mehr als 4000 Metern. Am zweiten Tag führt der Weg bis zum verschneiten Choquetacarpo-Pass auf 4635 Meter hinauf. Reiseleiter Wilbert Yucra versucht, die atemlosen Abenteurer mit Indioliedern auf seiner Holzflöte voranzutreiben.

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Vorbei an verschneiten Fünftausendern geht es auf Inkapfaden bergauf und bergab. Nebel hält die Wanderer dicht an der Felswand. Die Gruppe passiert alte Silberminen, dann erreicht sie den 4100 Meter hoch gelegenen Victoria-Pass. Übernachtet wird in Maizal, einem Felsvorsprung, von dem aus die Inka-Terrassen von Pinchinuyoc zu sehen sind. 20 Arbeiter sind hier mit der Restaurierung der rund 80 Terrassen und Kultstätten beschäftigt. Die Zelte werden direkt neben den Ruinen aufgeschlagen. In der Nacht versucht ein Brillenbär eines der Maultiere zu reißen. All das ist Abenteuer pur - doch der Höhepunkt erwartet die Gruppe erst am Tag darauf: Choquequirao.

Informationen: Botschaft von Peru, Mohrenstraße 42, 10117 Berlin, Tel.: 030/206 41 03. (Manuel Meyer, dpa)

 
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