21. Dez 2007 16:14
Kondome gibt es im «Cabbages and Condoms» in Bangkok nicht nur unter der Tischplatte. Auch mit der Rechnung kommt ein Gummi. Begründer des Lokals ist der größte thailändische Kondom-Hersteller.
Mechai, Vater einer Tochter, die zweijährige Zwillinge hat, fuhr höchstpersönlich auf Dorffeste und veranstaltete dort Kondom-Aufblaswettbewerbe. Er ließ Comic-Strips mit Kondomen drucken. «Lachen bricht das Eis, dann kann man plötzlich auch über Familienplanung reden», sagt er. Als in den 80er Jahren die Aids-Krise ausbrach, ging Mechai in die Bordelle und verteilte Kondome. Er startete eine Kampagne mit der Polizei, die mit Knöllchen und guten Ratschlägen auch Kondome austeilte. Im Restaurant gibt es mit der Rechnung ein Gummi für jeden. «Die Kondomnutzung hat nach einer Weltbankstudie in Thailand 7,7 Millionen Leben gerettet», sagt Mechai. Für seinen Erfolg erhielt er in diesem Jahr den Global Health-Preis der Bill und Melinda Gates- Stiftung mit einer Million Dollar Preisgeld.
Wer zwischen «Chicken Satay» und «Green Curry» schon immer einmal wissen wollte, mit welchen Instrumenten ein Mann sterilisiert werden kann, ist im «Cabbages and Condoms» genau richtig. Direkt neben dem stillen Örtchen hängt der Schaukasten mit den Klemmen und Scheren. «80 Prozent der Sterilisierungen in Bangkok werden hier in unserer Klinik gemacht», sagt Mechai. Die Klinik mit 30 Ärzten liegt direkt hinter dem Restaurant. Abtreibungen werden hier auch gemacht. «Mit Mitgefühl und vor allem eindringlicher Aufklärung», sagt Mechai.
Mechai gründete seine PDA-Stiftung nach der Mahnung seiner schottischen Mutter, sich mit seiner privilegierten Ausbildung glücklich zu schätzen und gefälligst etwas für die Armen zu tun. Sie lernte seinen thailändischen Vater in Edinburgh beim Medizinstudium kennen. «Mir wurde aber schnell klar, dass man sich auf die Großzügigkeit von Spendern nicht lange verlassen kann», sagt er.