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Reisen auf Künstlers Spuren

30. Okt 2007 14:38
In der Kapelle von Schloss Amboise liegt Leonardo da Vinci begraben.
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Da Vinci gestaltete mit kreativen Ideen Feste eines feierfreudigen Monarchen und tüftelte an bahnbrechenden Erfindungen. Viele dieser genialen «Maschinen» sind im Park von Clos-Lucé zu besichtigen.

Der junge französische König Franz I. war begeistert von Leonardo da Vinci. «Er lud ihn 1516 nach Frankreich ein», erzählt eine lächelnde Französin im historischen Kostüm. Sie stellt Mathurine dar, die Köchin des italienischen Genies, und führt Touristen durch seine Wohn- und Arbeitsräume von Clos-Lucé, einem Herrenhaus im Stil der Renaissance. «Hier in Amboise an der Loire verbrachte der Meister aus Italien seine drei letzten Lebensjahre», sagt Mathurine.

Leonardo Da Vinci gestaltete mit kreativen Ideen die Feste des feierfreudigen Monarchen und tüftelte an bahnbrechenden Erfindungen. Viele dieser genialen «Maschinen» sind im Park von Clos-Lucé zu besichtigen. Mit Hilfe eines Lautsprechers werden die nachgebauten Modelle erklärt, auch auf Deutsch. Auch Kinder finden Gefallen an den Gerätschaften. Sie schießen mit Kanonen, lachen über den entstehenden Rauch und fahren im Holzboot mit Schaufelradantrieb über den Teich.

Die Gassen des Renaissance-Städtchens Amboise sind gesäumt von Fachwerkhäusern mit kleinen Geschäften und Bistros. In der Patisserie Bigot kaufen Besucher feine Schokoladen. Und im angeschlossenen Teesalon, der ehemaligen Backstube, kosten sie bei Renaissancemusik Tarte Tatin, den typisch französischen warmen Apfelkuchen. Madame Mason, die Besitzerin des Familienbetriebs, liebt das gegenüberliegende Schloss. «Schon als Kind habe ich dort im Park gespielt», erinnert sich die ältere Dame. Der Legende nach soll das königliche Schloss durch einen unterirdischen Gang mit dem Herrenhaus von Leonardo da Vinci verbunden gewesen sein - für geheime Treffen von König und Künstler.

Im Schlossgarten von Amboise erinnert eine Scheibe mit Motiven von Leonardo da Vinci,der  der dort gelebt und gearbeitet hat.
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Der berühmte Italiener fand in Amboise auch seine letzte Ruhe und wurde in der spätgotischen Schlosskapelle begraben. Das Château Royal d'Amboise gilt als Wiege der Renaissance in Frankreich. «Im 16. Jahrhundert war es fünf Mal so groß wie heute», erklärt Aline Colin, die deutschsprachige Führerin, und macht in den Zimmerfluchten auf die Möbel aus der Renaissance aufmerksam: riesige Himmelbetten, stattliche Anrichten aus Nussbaumholz, Esstische zum Ausziehen und hohe Lehnstühle mit Schnitzereien. Besonders ungewöhnlich sind die beiden Reitertürme, deren breite Wendeltreppe keine Stufen hat. Über diese Rampe konnte der König zu Pferd bis in seine Gemächer in der ersten Etage reiten. Vom 40 Meter hohen Dach der Türme ergibt sich eine weiter Blick auf die Loire und ihre wilde Flusslandschaft.

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Neuerdings stehen auch die unterirdischen Geschosse des Schlosses zur Besichtigung offen. Fast etwas unheimlich mutet der Gang durch die dunklen Felsengewölbe an, die als Verlies dienten. «Die Besucher bekommen hier einen Eindruck vom ungemütlichen Leben unter den royalen Gemächern», sagt der Vizedirektor des Schlosses, Marc Metay. Wer den Tag in Amboise eher in noblem Ambiente ausklingen lassen möchte, diniert im nahen Château de Pray, wo feine französische Küche zelebriert wird. Danach nächtigt der Gast hinter den dicken Mauern des historischen Schlosshotels und schläft, wenn nicht wie Gott in Frankreich, so zumindest wie ein Edelmann in der Renaissance. (Daniela David, dpa)

Information: Office de Tourisme du Val d'Amboise, BP233, 37402 Amboise, Frankreich E-Mail: contact@amboise-valdeloire.com, Maison de la France, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt,Tel.: 0900/157 00 25 für 49 Cent pro Minute.

 
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