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Wandern auf den Spuren des Rotweins

30. Jul 2007 10:47
Blick ins Ahrtal
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Wer sich gerne in der Natur aufhält und außerdem noch gerne Rotwein trinkt, kommt im Ahrtal auf seine Kosten. Hier lassen sich Wanderungen neben Rebhängen und durch schattige Wälder mit Weinproben verbinden.


Im Ahrtal südwestlich von Bonn liegt alles nahe beieinander. In der kleinen Weinregion kennt fast jeder jeden. Alles ist überschaubar, auch die Strecke des beliebten Rotweinwanderweges von Altenahr nach Bad Bodendorf. Und so sind es nicht die 35 Kilometer Länge, die den Pfad hoch über dem linken Ufer des Rhein-Nebenflusses zur Herausforderung machen.

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Viele Wanderer kommen weinselig ans Ziel, weil sie einem Abstecher ins Tal nicht widerstehen können. Denn die Ahr ist eine der besten Rotweinadressen Deutschlands und hat kulinarisch viel zu bieten.

«Romantischster Fluss von allen»

Der Dichter Ernst Moritz Arndt erklärte in den 1840er Jahren die Ahr «zum romantischsten Fluss von allen, welche ihre Wasser in den Rhein gießen». Der Professor aus Bonn hatte ihn von der Quelle in Blankenheim in der Eifel bis zur Mündung bei Sinzig erwandert.

In Jahrmillionen nagte sich die Ahr durch Vulkangestein und schuf sich dabei ihr eigenwilliges Bett. Gerade mal 89 Kilometer legt sie von der Quelle bis zur Mündung zurück. Aber nur an Mittel- und Oberlauf zwischen Walporzheim und Altenahr, wo das Tal immer enger wird, ist die frühere Wildheit des inzwischen begradigten Flusses noch zu ahnen.

Weinkenner schwärmen

Hoch am Hang über dem Winzerort Rech zeigt sich der Rotweinwanderweg von seiner besten Seite. Hier beginnt flussaufwärts das schönste Teilstück bis nach Altenahr. Am Recher Herrenberg kommen Weinkenner beim Anblick der Rebhänge ins Schwärmen. Bei Sonnenschein und dem Blick Richtung Mayschoß auf die Sassenburg, der ältesten Burg an der Ahr aus dem 11. Jahrhundert, lässt es sich gut aushalten.

Die Region ist ein junges Weinanbaugebiet, auch wenn dessen Geschichte bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht. Lange Zeit war die Region ein begehrtes Ziel von Reisebus-Gesellschaften. Der Wein floss in Strömen, aber irgendwann brach die Nachfrage nach dem «Limonadenwein» ab. Und so begann in den achtziger Jahren in dem rund 530 Hektar umfassenden nördlichsten Rotweingebiet der Welt ein Umdenken hin zu Qualität. Heute können in allen Orten entlang des Rotweinweges Tropfen genossen werden, für die sich ein Abstieg lohnt.

Geruhsames Vergnügen

Auf dem letzten Stück nach Altenahr geht es durch schattigen Wald. Wenn die Sonne am Mittag hoch steht, ist man dankbar dafür. «Wir liegen im Regenschatten der Eifel und im Sonnenschein des Kölner Beckens», erklärt Wanderführerin Ulla Dismon. Treibhausartige, vor Wind geschützte Kleinklimate sind es, die zusammen mit dem wärmespeichernden Schiefer- und Grauwackegestein den Wein bestens gedeihen lassen.

Seit nunmehr 35 Jahren gilt der Rotweinwanderweg als eines der beliebtesten Ausflugsziele Deutschlands. Unter der Woche und außerhalb der Saison ist der Weg dennoch ein geruhsames Vergnügen, das auch ungeübten Wanderern Erfolgserlebnisse und viele schöne Ausblicke schenkt.

An schönen Wochenenden und vor allem zur Zeit der Weinlese herrscht allerdings Hochbetrieb wie auf großstädtischen Einkaufsmeilen. Dann ist der Pfad sicherlich eine der fidelsten Wanderrouten Deutschlands. Zumal an der Ahr gern gefeiert wird. «Wir sind ein feierfreudiges Völkchen. Nur an fünf Wochenenden im Jahr gibt es irgendwo bei uns kein Fest», erzählt Ulla Dismon. (Heidemarie Pütz/dpa)

 
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