Ein Fensterplatz für Mister Mickey Mouse
30.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Oft genug gehen diese Berechnungen aber nicht auf, und es stehen zu viele Passagiere an den Schaltern. Die Folgen der Computer-Zahlenspiele bekommen dann die Airline-Mitarbeiter zu spüren, gegen die sich der Zorn zurückbleibender Reisender entlädt. Um dies zu verhindern, nehmen findige Reiseveranstalter inzwischen Phantombuchungen vor - ein beliebter Name ist Mickey Mouse.
Bislang waren immerhin noch genügend Passagiere bereit, auf einen späteren Termin auszuweichen. Sie erhielten dafür einen Gutschein erhielten - manchmal sogar für eine attraktive Rundreise.
Bis zu 400 Dollar pro Person ließen sich die Fluggesellschaft das kosten - dies sei immer noch weniger als der Verlust durch einen nicht genutzten Platz. Am häufigsten tauchen Inhaber teurer und voll rückerstattbarer Tickets nicht auf. Wer zum Billigtarif fliegt und nicht ohne weiteres umbuchen kann, lässt den Flug in der Regel nicht verfallen.
Kein Wunder, denn der Anteil der Passagiere ohne Platz ist im vergangenen Jahr um 23 Prozent gestiegen. Befördert wurden 2006 insgesamt 555 Millionen Fluggäste. Der Trend zur Überbuchung setzte sich im ersten Quartal 2007 weiter fort.
Airline-Angestellte an Flughäfen melden sich deshalb häufiger krank, wie ein Mitarbeiter von US Airways zugab. An den Gates würden sich Reisende teils derart aggressiv aufführen, dass die Polizei gerufen werden müsse. (nz)

