12. Apr 2007 09:29
Gefälschte Produkte sind nur vermeintlich ein Schnäppchen. Wer mit Plagiaten erwischt wird, dem droht in manchem Urlaubsland das Gefängnis - und obendrein noch eine Strafe in Deutschland.
Die Jagd nach vermeintlichen Urlaubsschnäppchen auf Basaren und Jahrmärkten kann für Touristen unangenehme Folgen haben. Handelt es sich bei der angebotenen Ware um Fälschungen von Produktpiraten, drohten Käufern neben der strafrechtlichen Verfolgung im Urlaubsland auch zivilrechtliche Konsequenzen in Deutschland, sagte Rembert Brieske vom Deutschen Anwaltverein (DAV) in Bremen dem dpa-Themendienst. Eine im Urlaub für wenige Euro ergatterte nachgemachte Markentasche beispielsweise könne erwischte Schnäppchenjäger unterm Strich schnell viele hundert Euro kosten.
In einigen Ländern könnten Käufer von Plagiaten sogar festgenommen werden, warnt der DAV-Vizepräsident. Ob der unerlaubte Kauf mit Geld- oder sogar Gefängnisstrafe geahndet wird, sei davon abhängig, welche Urheberschutzrechte im jeweiligen Urlaubsland gelten. «Italien ist zum Beispiel eine teure Kiste», sagt Brieske. Bei der Einreise nach Deutschland riskierten Urlauber, dass ihr gefälschtes Mitbringsel vom Zoll konfisziert und vernichtet wird. «Das Geld sind sie dann los.» Außerdem droht Betroffenen, dass die Hersteller der Originalprodukte die Abgabe einer Unterlassungserklärung fordern, die mit erheblichen Kosten verbunden ist. «Da reden wir manchmal schon von tausend Euro», erklärt der Urheberrechtsexperte. Er hat für Urlauber daher folgenden Rat: «Wenn man sich schützen will, sollte man in den Urlaub fahren, um sich zu erholen - und nicht um günstig irgendwelche Taschen zu kaufen, die wie Originale aussehen.» (dpa/gms)