Deutschland als Reiseland beliebt wie nie
06. Mrz 2007 09:57, ergänzt 14:28
 |  Berlin trägt maßgeblich zu steigenden Besuchszahlen hierzulande bei. | Foto: dpa |
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Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland ist im vergangenen Jahr auf einen Rekordstand gestiegen. Man höre und staune - die Niederländer kommen besonders gern zu uns.
Deutschland ist als Reiseland beliebt wie nie: Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste kletterte 2006 um zehn Prozent auf den Rekordstand von 52,9 Millionen. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit, kurz vor der Eröffnung der weltweit größten Reisemesse in Berlin, der Internationalen Tourismus-Börse (ITB).
Dank dem Sommermärchen
Zu dem kräftigen Anstieg trug auch die Fußball-Weltmeisterschaft bei. So erhöhte sich im Juni 2006 die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste um 34 Prozent oder fast 1,5 Millionen im Vergleich zum Juni 2005. Die meisten ausländischen Gäste kamen aus den Niederlanden, so wie auch in den Jahren zuvor. Sie übernachteten letztes Jahr 8,8 Millionen Mal in Deutschland, das waren 16,6 Prozent aller Übernachtungen. An zweiter Stelle lagen die Vereinigten Staaten mit 4,7 Millionen Übernachtungen (8,8 Prozent), gefolgt von den Gästen aus Großbritannien (4,5 Millionen; 8,6 Prozent), der Schweiz (3,5 Millionen), Italien (2,9 Millionen) und Belgien (2,3 Millionen). Die 41. ITB sollte abends von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos eröffnet werden. Bis Sonntag präsentieren sich in den 26 ausgebuchten Messehallen rund um den Funkturm 10.923 Unternehmen aus 184 Ländern und Gebieten, auch dies ist ein Rekord. Partnerland ist in diesem Jahr Indien. Privatbesucher haben an den beiden letzten Messetagen, am Samstag und Sonntag, Zutritt zum Messegelände. Das Tagesticket kostet 13 Euro, das Onlineticket nur 11 Euro. Neu sind die beiden Messe-Segmente «Buchwelt» und Kulturtourismus.
Bahn-Reisen stagnieren
Beherrscht wird die diesjährige Messe von der neu entflammten Debatte über mehr Klimaschutz und umweltverträgliches Reisen. Politiker und Wissenschaftler hatten am Wochenende an die Deutschen appelliert, künftig Fernreisen mit dem Flugzeug massiv einzuschränken und besser Urlaub in der Heimat machen. Derzeit nutzen die Bundesbürger für ein Drittel ihrer Reisen, die länger als fünf Tage dauern, das Flugzeug und in 53 Prozent der Fälle das Auto. Der Anteil der Bahn liegt bei konstant sechs Prozent. Hingegen ist im vergangenen Jahr die Zahl der Fluggäste an den hiesigen Flughäfen um neun Millionen auf 173 Millionen Passagiere gestiegen. Trotz der Umweltschutz-Debatte und der Mehrwertsteuererhöhung ist die Reiselust der Bundesbürger ungebrochen: Die deutsche Reisebranche rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von zwei Prozent. Damit könnte sie ihr bislang bestes Jahr 2001 überflügeln. Schon 2006 war mit einem Umsatz von 19,6 Milliarden Euro und zwei Prozent Zuwachs positiv verlaufen.
Auch im vergangenen Jahr waren die Deutschen wieder Reiseweltmeister und gaben im Ausland 60,5 Milliarden Euro aus. Laut einer repräsentativen GfK-Umfrage werden die Bundesbürger dieses Jahr wiederum etwa drei Prozent mehr für ihren Urlaub ausgeben. 71 Prozent wollen 2007 eine Urlaubsreise von mehr als fünf Tagen unternehmen, im Jahr zuvor waren dies nur 68 Prozent. Die Trendziele 2006 waren Italien, Spanien, Portugal und Marokko. Gäste verloren haben unter anderem Ägypten, Tunesien, die Karibik sowie Bulgarien und die Türkei. (AP)