«Kyrill» stoppt Flugzeuge, Bahn und Fähren
An der nordfriesischen Küste wird wegen der drohenden Böen von bis zu 140 Kilometern pro Stunde der Fährverkehr den gesamten Tag von und zu den Halligen Hooge und Langeneß eingestellt, berichtete die Wyker Dampfschiffs-Reederei. Ab Mittag müsse auch mit Einschränkungen im Fährverkehr Dagebüll-Föhr-Amrum gerechnet werden.
Allein die Deutsche Lufthansa hat 14 Verbindungen innerhalb Deutschlands und Europas vom Flugplan genommen worden, im Laufe des Tages sei aber mit weiteren Streichungen zu rechnen, sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow in Frankfurt. Die Langstrecke soll dagegen planmäßig bedient werden.
Bei starken Seitenwinden und Böen müssen die Flugzeuge einen größeren Abstand einhalten, so dass sich die Kapazität der Flughäfen verringert. In Deutschland arbeitet vor allem der Frankfurter Flughafen am Rande seiner Kapazität. Neben Frankfurt seien aber auch weitere Städte wie Hannover und Düsseldorf betroffen.
Man wolle versuchen, trotz der dadurch entstehenden Verspätungen die Anschlüsse zu gewährleisten. «Aber wir können nicht versprechen, dass wir alle Auswirkungen dieser höheren Gewalt ausgleichen können», sagte der Sprecher. Normalerweise fahren die schnellsten Züge der Bahn Tempo 300, etwa auf den Hochgeschwindigkeits- strecken Köln - Frankfurt und München - Nürnberg.
Für mögliche Oberleitungsschäden stünden in der Region mehrere Reparaturzüge mit Dieselantrieb bereit, ergänze Ahlert. Die Fahrzeuge sind mit ausfahrbaren Hebebühnen ausgestattet. Damit keine Bäume auf die Schienen stürzen, hält die Bahn an den Rändern einen Grünstreifen frei und schneidet Bäume regelmäßig zurück. Entwurzelte Bäume auf Oberleitungen und Schienen sind bei schwerem Sturm dennoch nicht ausgeschlossen.
Die «Hilfseinsätze» der Bahn während oder nach einem Sturms gelten im Nah- und Fernverkehr allen Unternehmen, die auf den Schienen unterwegs sind - auch der Berliner S-Bahn. Auch sie soll während möglicher Böen weiterfahren. «Wir sind für einen harten Betrieb ausgerüstet», sagte S-Bahn-Sprecher Gisbert Gahler am Donnerstag. «Die S-Bahnen sind so konstruiert, dass sie nicht gleich von den
Schienen geweht werden.»
Bei Fahrten über hohe Talbrücken drohe die Gefahr, dass Autos und Lastwagen durch die Gewalt heftiger Böen von der Fahrbahn gedrückt würden. In Baumalleen geparkte Autos könnten von herabfallenden Äste beschädigt werden.
In den Fußgängerzonen der Städte und Gemeinden seien Passanten beispielsweise durch umher fliegende Werbetafeln und umstürzende Pflanzkübel gefährdet. Radler und Motorradfahrer sollten wegen der Gefährdung durch Sturmböen auf geplante Touren verzichten, mahnte der ACE. (nz)

