05. Jan 2007 11:24
Eisschollen werden an den Strand von Amrum gespült, ein wenig Schnee legt sich wie Puderzucker auf die Dünen. Die Nordseeinsel hält Winterschlaf und tut dies besonders reizvoll.
Von Andreas HeimannDie erste Fähre am Morgen ist ausgefallen, die übrigen halten sich an keinen Fahrplan. Der Wind weht kräftig aus Osten. Und das heißt, er ist nicht nur eisig kalt, er sorgt auch für Niedrigwasser. Jeder Kapitän der Wyker Dampfschiffahrtsgesellschaft auf dem Weg nach Amrum hat dann Sorgenfalten auf der Stirn.
Erfolgreiche Walfänger waren es auch, die die Kronleuchter im Kirchenschiff von St. Clemens gestiftet haben. Auf dem Friedhof davor sind ihre Gräber noch zu sehen - mit Grabsteinen, die viele Besucher faszinieren: Manche sind 300 Jahre alt. Ein typisches reetgedecktes Kapitänshaus aus dem Jahr 1736 ist nur fünf Minuten von der Kirche im Waaswai zu sehen - und auch von innen zu besichtigen. «Öömrang Hüs» heißt es auf Friesisch, der Sprache, die auf Amrum noch gesprochen wird. Immerhin an vier Tagen in der Woche ist es auch im Winter geöffnet. Der Leuchtturm an der Westküste kann dagegen außerhalb der Saison nur mittwochs vormittags bestiegen werden.Wer irgendwann auch essen gehen will, muss das gut planen: Für viele Restaurants lohnt sich das Wintergeschäft nicht. «Aber in jedem Dorf hat mindestens eins offen», sagt Christian Johannsen. Im Winter wird dann auch schon mal Kost serviert, die nicht jeden Weight-Watcher begeistern dürfte: Amrumer Hummersuppe mit viel Sahne und einem Schuss Cognac zum Beispiel, Grünkohl mit Kassler oder Deftiges vom Mastochsen. (dpa)
Informationen: Amrum Touristik, Am Fähranleger, 25946 Wittdün, Tel.: 04682/94030