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Bezaubernde Winterstille auf Amrum

05. Jan 2007 11:24
Leuchtturm auf Amrum
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Eisschollen werden an den Strand von Amrum gespült, ein wenig Schnee legt sich wie Puderzucker auf die Dünen. Die Nordseeinsel hält Winterschlaf und tut dies besonders reizvoll.

Von Andreas Heimann

Die erste Fähre am Morgen ist ausgefallen, die übrigen halten sich an keinen Fahrplan. Der Wind weht kräftig aus Osten. Und das heißt, er ist nicht nur eisig kalt, er sorgt auch für Niedrigwasser. Jeder Kapitän der Wyker Dampfschiffahrtsgesellschaft auf dem Weg nach Amrum hat dann Sorgenfalten auf der Stirn.

Dünen im Winter
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Im Winter haben die Fähren an solchen Tagen kaum Wasser unter dem Kiel. Wenn es dumm läuft, können sie gar nicht ablegen. Und wenn es ganz dumm läuft, starten sie doch und bleiben irgendwo stecken. Aber das passiert nur selten.

Zahl der Touristen ist überschaubar

Die Überfahrt von Dagebüll mit Zwischenstopp in Wyk auf Föhr dauert zwei Stunden. Im Winter ist das eine lange Zeit: Vor allem bei frostigen Temperaturen hält es dann kaum einer der Passagiere die ganze Zeit auf dem Oberdeck aus. Sitzplätze sind keine Mangelware: Die Zahl der Touristen ist überschaubar.

Grabstein eines Kapitäns
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Von den Feiertagen im Dezember und vom Biikebrennen Ende Februar abgesehen, ist die nordfriesische Insel im Winterschlaf. Viel los ist dann nicht. Aber dafür hat Amrum in den kälteren Monaten seinen ganz eigenen Charme. Und wer Glück hat, erlebt Amrum sogar bei Schnee. Das Dünengras trägt dann weiße Hauben. Der Kniepsand, der breite Strand an der Westküste, liegt einsam an der eiskalten See. Bei Minusgraden an der Wasserkante entlang zu laufen, hat schon etwas: Wen es nicht gerade am frühen Nachmittag an den Strand zieht, bleibt lange unter sich. Eisflächen glitzern in der tief stehenden Sonne.

Wattwanderungen im Winter

Wer trotz frischer Brise noch etwas dazulernen möchte, kann sich an die Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer halten. Sie bieten auch in der kalten Jahreszeit beispielsweise naturkundliche Führungen durch die Dünenlandschaft an. Auch Wattwanderungen gibt es im Winter. «Die langen Touren von Amrum rüber nach Föhr sind allerdings nur von Mai bis September im Programm», sagt Christian Johannsen von Amrum Touristik.

Reetgedecktes Haus
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Bei Spaziergängen an der Wattseite ist der Turm der Inselkirche St. Clemens schon von weitem zu sehen. Sie ist mit Reet gedeckt, wie viele der Häuser der Gemeinde Nebel, zu der auch die kleinen Orte Süddorf und Steenodde gehören. Nebel selbst gilt als schönstes Inseldorf - nicht zuletzt wegen der Kapitänshäuser aus der Zeit, als viele Amrumer Seebären als Kommandant auf Walfangschiffen Karriere machten.

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Erfolgreiche Walfänger waren es auch, die die Kronleuchter im Kirchenschiff von St. Clemens gestiftet haben. Auf dem Friedhof davor sind ihre Gräber noch zu sehen - mit Grabsteinen, die viele Besucher faszinieren: Manche sind 300 Jahre alt. Ein typisches reetgedecktes Kapitänshaus aus dem Jahr 1736 ist nur fünf Minuten von der Kirche im Waaswai zu sehen - und auch von innen zu besichtigen. «Öömrang Hüs» heißt es auf Friesisch, der Sprache, die auf Amrum noch gesprochen wird. Immerhin an vier Tagen in der Woche ist es auch im Winter geöffnet. Der Leuchtturm an der Westküste kann dagegen außerhalb der Saison nur mittwochs vormittags bestiegen werden.

Wer irgendwann auch essen gehen will, muss das gut planen: Für viele Restaurants lohnt sich das Wintergeschäft nicht. «Aber in jedem Dorf hat mindestens eins offen», sagt Christian Johannsen. Im Winter wird dann auch schon mal Kost serviert, die nicht jeden Weight-Watcher begeistern dürfte: Amrumer Hummersuppe mit viel Sahne und einem Schuss Cognac zum Beispiel, Grünkohl mit Kassler oder Deftiges vom Mastochsen. (dpa)

Informationen: Amrum Touristik, Am Fähranleger, 25946 Wittdün, Tel.: 04682/94030

 
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