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Weihnachtsschmuck begeisterte schon Azteken

18. Dez 2006 10:53
Weihnachtssterne
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Nahe dem berühmten Vulkan Popocatépetl wächst eine Pflanze, die um diese Zeit in kaum einem Haushalt fehlt: Der Weihnachtsstern. Schon Mexikos Ureinwohner nutzten sie als Schmuck.

Von Franz Smets

Die Ureinwohner Mexikos haben viele Dinge des Alltags entdeckt, die der Menschheit das Leben erleichterten und versüßten. Dazu gehören die Vanille und die Schokolade. Heute spielen viele von diesen Errungenschaften bei den Vorbereitungen des Weihnachtsfestes in aller Welt eine wichtige Rolle. Auch bei der Dekoration - beispielsweise mit dem Weihnachtsstern.

Ursprünglich wurde dieser in den mexikanischen Bundesstaaten Guerrero und Morelos zur Verschönerung in der kälteren Jahreszeit benutzt. Die Indios nannten ihn «Cuetlaxóchitl», was «Blüte mit Blättern, die so resistent wie Leder sind», bedeutet. Auf Spanisch heißt die Pflanze heute «Nochebuena», Heilige Nacht, weil sie im Dezember ihre bunte Pracht entfaltet. Während der Tannenbaum vor allem grün ist und geschmückt werden muss, ist der Weihnachtsstern schon von Natur aus bunt, jedenfalls zur Weihnachtszeit.

Symbol neuen Lebens

Den spanischen Eroberern war die Pflanze sofort aufgefallen, nicht nur weil ihre Blätter so rot wurden. Sie beschrieben sie schon im 16. Jahrhundert als einen «Baum mit sehr bunten Blättern». Bei den Azteken und anderen Völkern der tropischen Regionen war sie das Symbol des neuen Lebens für die Krieger, die im Kampf ums Leben gekommen waren.

Das mexikanische Zentrum der Weihnachtssternanbaus ist heute in Atlixco, unweit des berühmtesten mexikanischen Vulkans, des Popocatépetls. Dort werden derzeit 1,6 Millionen Nochebuenas vermarktet. Den Siegeszug in die Welt hat die Pflanze mit den roten und beigen Blättern im 19. Jahrhundert begonnen. So erzählen es
jedenfalls die Gärtner von Atlixco: Ende 1828 kam der US-Botschafter Robert Poincet zu einer Feier auf eine Hacienada in Morelos, wo er die Cuetlaxóchitl zum ersten Mal sah.

Grenze zu den USA dicht

Poincet sei so fasziniert gewesen, dass er die Pflanze nach seiner Dienstzeit mit nach South Carolina genommen, dort angebaut und vermarktet habe. Allerdings nicht unter dem mexikanischen Namen «Cuetlaxóchitl», sondern als «Poincetia». Heute wird die mexikanische Pflanze auch in den USA kultiviert und in Europa, vor allem in den Treibhäusern der Niederlande.

Es ein Streich der Geschichte, dass die USA die Grenze für die Weihnachtspflanzen aus Mexiko dicht gemacht haben - mit dem Argument, sie könnten von Pilzen befallen sein. Es könnte aber auch sein, dass die Nachfahren von Botschafter Poincet ihren Markt schützen wollen: Eine «Nochebuena» aus Mexiko kostet zwei Dollar (1,50 Euro), für die US-Pflanze müssen die Käufer bis zu acht Dollar berappen. (dpa)

 
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