27.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Pantelleria
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Insel Pantelleria im Mittelmeer ist durch einen Vulkanausbruch entstanden. In Italien nennt man sie das «Eiland der Sonne und des Windes» - ein Geheimtipp unter Einheimischen. Von Carola Frentzen Noch nicht Afrika und nicht mehr ganz Italien - das ist Pantelleria, einsam zwischen Sizilien und Tunesien gelegen. Es gibt hier keine weißen Strände und hohen Palmen, sondern steile Klippen und vom Wind gepeitschter Buschwald. Fast sieht es so aus wie in Schottland. Noch sonderbarer ist, dass sich die heute rund 7200 Einwohner seit Menschengedenken als Landwirte betätigen und nicht etwa als Fischer. Wilde Kapern wachsen am Wegesrand terrassenförmig angelegte, üppige Weinberge werden beackert, und im Hintergrund leuchtet das allgegenwärtige blaue Mittelmeer. Schwarze Perle des Mittelmeeres «Die «Insel der Sonne und des Windes» und «Schwarze Perle des Mittelmeeres» wird Pantelleria genannt», schwärmt Marco Fragonara, ein Norditaliener, der sich vor Jahren in das Eiland verliebte und seither als Reiseführer arbeitet. Immer wieder wird er dabei gefragt, wo denn der Vulkan von Pantelleria sei, da es sich ja um eine vulkanische Insel handele. «Aber es gibt gar keinen auf der Insel, der Vulkan liegt im Meer», sagt Fragonara. Pantelleria entstand vor etwa 350.000 Jahren durch die erste von insgesamt acht Eruptionen. Vor 45.000 Jahren implodierte die Insel dann bei einem heftigen Vulkanausbruch, und die Hügel, Berge und Täler entstanden - ebenso wie der «Specchio di Venere», der «Spiegel der Venus». Dieser nach Schwefel riechende türkisfarbene Binnensee wird durch heiße Quellen gespeist. Er ist bis zu zwölf Meter tief und wird heute für therapeutische Zwecke genutzt. Weniger spektakulär ist der Hauptort Pantelleria. Hier wurde im Zweiten Weltkrieg fast jedes Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Italiens Diktator Benito Mussolini hatte die strategisch günstige Position ausgenutzt und Pantelleria zur Festung ausbauen lassen. Er ließ auch die Straßen und den Flughafen bauen, die noch heute benutzt werden. «Der Flugzeugträger Mussolinis» wurde Pantelleria damals genannt - bis 1943 die Alliierten kamen und die Insel bombardierten. Handverleesene Trockenbeeren Ungetrübt von den Ereignissen ragt hingegen seit Jahrtausenden der «Arco dell'elefante» (Elefanten-Bogen) aus dem Meer. Wie der Kopf eines Dickhäuters samt Rüssel sieht die Felsformation aus, die südlich von Cala Levante zum Schwimmen und Schnorcheln einlädt. Und am Abend warten die typischen Dessertweine Moscato und Passito auf die Gäste, am liebsten mit einer «Bruschetta» mit Kaperncreme. Der «Passito di Pantelleria» gilt als weltberühmt. «Für seine Herstellung werden die ortstypischen Zibibbo-Trauben verwendet. Und bei der Gärung werden dem Most dann handverlesene Trockenbeeren beigemischt», sagt Giacomo Rallo, der Chef des Weingutes Donnafugata. Mehr im Internet: Zentrale für Tourismus Pantelleria Auch Stardesigner Giorgio Armani ist dem eigentümlichen Charme Pantellerias seit Jahren erlegen. Er bezeichnet sich als «einen der ersten Touristen auf der Insel». Heute besitzt der Couturier bei Cala Gadir ein Anwesen. Es besteht aus sechs «Dammusi», den typischen Häusern des Eilands: meist weißgetünchte, eingeschossige Bauten mit «stiller arabischer Architektur», sagt Armani. Auch Touristen können sich einen Dammuso für den Urlaub mieten - die wohl schönste und landestypischste Art, auf der Insel des Windes Urlaub zu machen. Anreise: Fähren verbinden Pantelleria mit Trapani auf Sizilien. Flüge werden von Palermo und Trapani aus von den italienischen Fluggesellschaften Air One und Meridiana angeboten. Im Sommer gibt es auch direkte Verbindungen von Mailand und Rom nach Pantelleria. Informationen: Italienisches Zentrale für Tourismus, Kaiserstraße 65, 60329 Frankfurt. Tel.: 069/23 74 34 (ap)
Von Carola FrentzenNoch nicht Afrika und nicht mehr ganz Italien - das ist Pantelleria, einsam zwischen Sizilien und Tunesien gelegen. Es gibt hier keine weißen Strände und hohen Palmen, sondern steile Klippen und vom Wind gepeitschter Buschwald. Fast sieht es so aus wie in Schottland.
Noch sonderbarer ist, dass sich die heute rund 7200 Einwohner seit Menschengedenken als Landwirte betätigen und nicht etwa als Fischer. Wilde Kapern wachsen am Wegesrand terrassenförmig angelegte, üppige Weinberge werden beackert, und im Hintergrund leuchtet das allgegenwärtige blaue Mittelmeer.
Schwarze Perle des Mittelmeeres«Die «Insel der Sonne und des Windes» und «Schwarze Perle des Mittelmeeres» wird Pantelleria genannt», schwärmt Marco Fragonara, ein Norditaliener, der sich vor Jahren in das Eiland verliebte und seither als Reiseführer arbeitet. Immer wieder wird er dabei gefragt, wo denn der Vulkan von Pantelleria sei, da es sich ja um eine vulkanische Insel handele. «Aber es gibt gar keinen auf der Insel, der Vulkan liegt im Meer», sagt Fragonara.
Pantelleria entstand vor etwa 350.000 Jahren durch die erste von insgesamt acht Eruptionen. Vor 45.000 Jahren implodierte die Insel dann bei einem heftigen Vulkanausbruch, und die Hügel, Berge und Täler entstanden - ebenso wie der «Specchio di Venere», der «Spiegel der Venus». Dieser nach Schwefel riechende türkisfarbene Binnensee wird durch heiße Quellen gespeist. Er ist bis zu zwölf Meter tief und wird heute für therapeutische Zwecke genutzt.
Weniger spektakulär ist der Hauptort Pantelleria. Hier wurde im Zweiten Weltkrieg fast jedes Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Italiens Diktator Benito Mussolini hatte die strategisch günstige Position ausgenutzt und Pantelleria zur Festung ausbauen lassen. Er ließ auch die Straßen und den Flughafen bauen, die noch heute benutzt werden. «Der Flugzeugträger Mussolinis» wurde Pantelleria damals genannt - bis 1943 die Alliierten kamen und die Insel bombardierten.
Handverleesene TrockenbeerenUngetrübt von den Ereignissen ragt hingegen seit Jahrtausenden der «Arco dell'elefante» (Elefanten-Bogen) aus dem Meer. Wie der Kopf eines Dickhäuters samt Rüssel sieht die Felsformation aus, die südlich von Cala Levante zum Schwimmen und Schnorcheln einlädt. Und am Abend warten die typischen Dessertweine Moscato und Passito auf die Gäste, am liebsten mit einer «Bruschetta» mit Kaperncreme. Der «Passito di Pantelleria» gilt als weltberühmt. «Für seine Herstellung werden die ortstypischen Zibibbo-Trauben verwendet. Und bei der Gärung werden dem Most dann handverlesene Trockenbeeren beigemischt», sagt Giacomo Rallo, der Chef des Weingutes Donnafugata.
Auch Stardesigner Giorgio Armani ist dem eigentümlichen Charme Pantellerias seit Jahren erlegen. Er bezeichnet sich als «einen der ersten Touristen auf der Insel». Heute besitzt der Couturier bei Cala Gadir ein Anwesen. Es besteht aus sechs «Dammusi», den typischen Häusern des Eilands: meist weißgetünchte, eingeschossige Bauten mit «stiller arabischer Architektur», sagt Armani. Auch Touristen können sich einen Dammuso für den Urlaub mieten - die wohl schönste und landestypischste Art, auf der Insel des Windes Urlaub zu machen.
Anreise: Fähren verbinden Pantelleria mit Trapani auf Sizilien. Flüge werden von Palermo und Trapani aus von den italienischen Fluggesellschaften Air One und Meridiana angeboten. Im Sommer gibt es auch direkte Verbindungen von Mailand und Rom nach Pantelleria.
Informationen: Italienisches Zentrale für Tourismus, Kaiserstraße 65, 60329 Frankfurt. Tel.: 069/23 74 34 (ap)