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«Gerade jetzt» nach Kuba

05. Sep 2006 16:14
Strand von Varadero auf Kuba
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In diesem Jahr erwartet Kuba mehr Feriengäste als je zuvor - das hat auch mit der Erkrankung von Staatschef Castro zu tun. Auf die Preise wirkt sich der Touristenstrom allerdings nicht günstig aus.

Von Bernd Kubisch

Der Jubel der schwitzenden Volleyballtruppe aus deutschen, spanischen und kanadischen Touristen am Strand von Varadero ist groß. Ihre «Weltauswahl» hat gerade den Favoriten «Kuba», ein Team aus jungen Animateuren der Ferienanlage «Sandals Royal Hicacos», in Verlegenheit gebracht.

Edanny Gómez Fernández sieht dem Treiben aus der Ferne kurz zu. Die Verkaufschefin analysierte zuvor Buchungen und Kapazitätsauslastung und meint zufrieden: «Auch 2006 ist ein gutes Jahr.» Die Kubanerin, die in Havanna Sprachen studiert und später ihren Master in Marketing gemacht hat, spricht nicht nur für den Betreiber von «Hicacos», Jamaikas All Inclusive Kette «Sandals» und die Eigentümer der Anlage mit 404 Zimmern. Betreiber sind hier die staatliche Kette «Cubanacan» (51 Prozent) und eine Holding (49)spanischer, britischer und niederländischer Investoren. Die Managerin ist auch für die gesamte Branche der Insel zuständig. Und sie betont, dass Kubas ausländische Hotelbetreiber wie Sandals, Riu, Sol Melia, Accor, NH oder SuperClubs weltweit Vertrauen haben, «auch in Deutschland».

Insel ist «in»

Kuba erwartet in diesem Jahr 2,5 Millionen Gäste (2005: 2,32 Mio). Das wäre Touristenrekord. Auch falls die Zahl verfehlt wird: Kuba bleibt nach der Erkrankung von Fidel Castro gut im Geschäft, sagen Veranstalter im In- und Ausland. Viele Fernreisende wollten gerade jetzt das «Fidel-Castro-Kuba» sehen. Für Etliche ist die Insel heute jedoch zu teuer. Das gilt für Restaurants ebenso wie für organisierte Ausflüge. Und kaum einer versteht, warum der Euro bei einer Kuba-Bank einen schlechteren Kurs hat als in anderen Ländern.

Fidel Castro
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«Auch die Buchungen aus Deutschland laufen gut», sagt Wilson Cardoso von Kubas Fremdenverkehrsamt in Frankfurt am Main. Gunter Träger, Sprecher von Neckermann Reisen sagt: «Kuba ist weiter »in«.»

Kellner verdienen mehr als Lehrer

«Auch bei ITS und Jahn Reisen laufen die Buchungen erfreulich», betont Sprecherin Anette Forré. LTU-Sprecher Pierre de la Motte: «Das Kubageschäft ist normal bis gut.» Für das Jahresende rechnet die Fluggesellschaft mit Buchungen «eher über Vorjahresniveau». Auch Condor und TUI gehen von einer guten Wintersaison aus. Allerdings spielt Deutschland (2005: 124 527 Touristen) seit ein paar Jahren nicht mehr die erste Geige. Wichtigere Quellenmärkte für Kuba sind Kanada, Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich.

Immer mehr junge Kubaner zieht es in den Fremdenverkehr, vor allem in Hotels mit ausländischem Management. Zum Basisgehalt von Kellner und Zimmermädchen in Höhe von 300 Pesos kommen bei «Sandals» abhängig von Auslastung und Geschäft bis zu 50 konvertible Peso (CUC) pro Monat (umgerechnet zusammen über 50 Euro - ein Lehrer verdient 20 Euro und weniger). Mit den CUC wird seit Herbst 2004 in Kubas Devisenläden und Touristenrestaurants gezahlt, nicht mehr mit dem Dollar. In Varadero wird vielerorts auch der Euro akzeptiert.

Auch USA-Besucher

Animateure am Strand
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Ähnlich ist die Gehaltsstruktur beim Jamaika-Konkurrenten «SuperClubs», wo gerade vor der Strandbar mit großer kubanischer Flagge ein Beachballspiel tobt. «Leistung lohnt sich. Ein bestimmter Prozentsatz vom Gewinn fließt an unsere Beschäftigten», betont Reynaldo Costa (49), Verkaufsmanager von «Breezes Jibacoa». Das Unternehmen verlangt schon vor der Einstellung eine gute Ausbildung, «zumindest auch eine Fremdsprache». Die Anlage gehört «Cubanacan» und einem italienischen Unternehmen der Bau- und Ausstattungsbranche. Das Konzept eines neuen Hotels erörtern die Kubaner so früh wie möglich mit Joint Venture- und Management-Interessenten, erläutert Costa. Der Kubaner ist seit fast 30 Jahren im Tourismusgeschäft.

Kuba wird jährlich auch von Touristen aus den USA erkundet. Und mancher urlaubt «All Inclusive», auch bei «Sol Melia». Die spanische Kette ist in Kuba sehr beliebt. Sie kam als erste und managt inzwischen rund 20 Hotels. US-Bürger fliegen zum Beispiel über Mexiko, Jamaika oder die Bahamas ein. Kein Kuba-Grenzer drückt ihnen bei Ein- oder Ausreise einen Stempel in den Pass. (dpa)

 
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