netzeitung.deÖsterreich hat schnellste Lok der Welt

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Die Lok, auf der der Geschwindigkeitsrekord bereits zu lesen ist (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Lok, auf der der Geschwindigkeitsrekord bereits zu lesen ist
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In weniger als einer Stunde hat eine E-Lok der Österreichischen Bahn den Weltrekord gleich zwei Mal gebrochen. Der Siemens Eurosprinter kam auf 357 Stundenkilometer.

Die Mehrsystemlok 1216 050-5 der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) ist seit Samstag die schnellste Lokomotive der Welt. Binnen weniger als einer Stunde verbesserte der Siemens Eurosprinter den 51 Jahre alten Weltrekord zunächst auf 344 und dann auf 357 Kilometer in der Stunde.

Die alte Bestmarke hatte die Französische Staatsbahn im Jahr 1955 auf der Strecke Bordeaux-Dax aufgestellt. «Das war ein beeindruckendes Beispiel für die Qualität unserer Lokomotiven», jubelte der Bereichsvorstand von Siemens Transportation Systems, Hans Schabert, nach den Rekordfahrten auf der Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt zwischen Kinding und Allersberg.

Zuschauer hörten nur ein kurzes Rauschen
Das Spektakel dauerte für Beobachter nur wenige Sekunden. Ein kurzes Rauschen brandete auf, und die Lok mit einem Messwagen der Deutschen Bahn AG donnerte an zahlreichen Bahn-Experten und Hobby-Eisenbahnern vorbei. Im Regelbetrieb fahren die Maschinen des Typs ES64U4 mit einer Höchstgeschwindigkeit von 230 Kilometern in der Stunde.

Die Abkürzung steht für Eurosprinter. Er bringt eine Leistung von 6400 Kilowatt, hat eine Universallokomotive und ist für den Betrieb unter vier unterschiedlichen Spannungssystemen geeignet.

In ihrem Heimatland Österreich wird die Lok der dortigen Taurus- Familie vorrangig für die Beförderung des RailJet, des Premiumprodukts der ÖBB eingesetzt. «Dank der Mehrsystemtechnik können sie den grenzüberschreitenden Verkehr in nahezu allen Ländern Europas abwickeln», erläuterte Wiltberger.

Strecke seit Ende Mai in Betrieb
Die Weltrekordstrecke zwischen Nürnberg und Ingolstadt ging Ende Mai in Betrieb. Im Regelbetrieb verkehren dort ICE-Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 300 Kilometern in der Stunde. Nach der Fertigstellung des Ausbauabschnitts südlich von Ingolstadt im Dezember ist nach Angaben von Bayerns Bahn-Chef Klaus-Dieter Josel zwischen Nürnberg und München ein Halb-Stunden-Takt geplant. Die Fahrzeit auf den 171 Kilometern zwischen den Städten soll dann nur noch 62 Minuten betragen.

Im Jahr 1903 knackte ein Siemens Drehstrom-Triebwagen erstmals die 200 Kilometer-Marke. Mitte der 50er Jahre schraubten die Franzosen die Bestmarke auf 331 Kilometer je Stunde. Noch schneller als die herkömmlichen Lok-Wagen-Züge sind die elektrischen Triebkopfzüge, wie der französische TGV oder der deutsche ICE. 1981 schaffte ein TGV 380 Kilometer in der Stunde.

TGV mit mehr als 515 Kilometer pro Stunde
Die Deutsche Bahn übertraf am 1. Mai 1988 erstmals die 400-Kilometer-Marke. Auf der Neubaustrecke Fulda- Würzburg erreichte der InterCityExperimental 406,9 km/h. Zwei Jahre später holten sich die Franzosen den Weltrekord zurück. Der TGV- Atlantique brachte es am 18. Mai 1990 zwischen Courtelain und Tours auf 515,3 Kilometer pro Stunde. (dpa)