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Kamelrennen und Trekking in Australien

10. Jul 2006 17:26
Kamelrennen
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Kamele haben geholfen, den australischen Kontinent zu besiedeln. Heute sind sie überwiegend für Touristen im Einsatz, sei es als Renn- oder Trekking-Kamele. Man darf sie sogar zum Dinner mitbringen.

In Australiens Geschichte haben Kamele eine wichtige Rolle gespielt, aber auch heute noch sind die Wüstentiere wichtig für den Kontinent. Sei es wirtschaftlich, touristisch oder auch zur Unterhaltung - im Outback-Staat Australiens, dem Northern Territory, gehören Kamele zum Leben dazu. Wie zum Beispiel beim alljährlichen in Alice Springs stattfindenden Kamel-Wettrennen «Camel Cup», der in diesem Jahr am 15. Juli im roten Zentrum Australiens ausgetragen wird.

1970 fing alles an als Wette zwischen den zwei Kamelspezialisten Noel Fullerton und Keith Mooney-Smith. Heute ist der «Camel Cup» eine der populärsten Veranstaltungen im Northern Territory. Unterstützt vom Lions Club wird das alljährliche Kamelrennen in einer 1979 für diesen Zweck errichteten Arena durchgeführt.

Weitspucker

Hier zeigen die sonst eher behäbig wirkenden Tiere ihren wahren Charakter. «Temperamentvoll, eigensinnig, schrecklich unvorhersehbar und sehr unterhaltsam» seien sie, wie es auf der Website www.camelcup.com.au heißt. Zuschauer werden augenzwinkernd gewarnt: Kamele können beißen und drei Meter weit spucken. Ein Rahmenprogramm macht den Camel Cup zu einem Festival, das jedes Jahr sowohl Einheimische als auch internationale Besucher anzieht.

Von den Kanaren eingeschifft

Kamele spielten im australischen Outback eine große Rolle. Um Expeditionen zur Erschließung des Outbacks durchzuführen, wurde das erste Kamel 1840 von den Kanarischen Inseln nach Australien eingeschifft. Aufgrund der klimatischen Bedingungen im roten Herzen Australiens erwiesen sich Kamele als die idealen Arbeits- und Lasttiere.

Die Tatsache, große Mengen an Wasser im Körper speichern zu können, ermöglicht ihnen das Überleben in Wüstenregionen. Bis 1907 wurden wegen der hohen Nachfrage nach billigen Tieren Kamele aus Afghanistan, Pakistan und Indien eingeführt, insgesamt 10.000 bis 12.000 Stück.

Zucht seit 140 Jahren

1866 begann man zudem für zirka 50 Jahre, in Australien selbst Kamele zu züchten. Sie waren der Grundstock für die heute in Australien lebenden Kamele. Die Arbeitskamele, die in Australien gezüchtet wurden, waren besser als die importierten, da sie sich perfekt an die Bedingungen im heißen und trockenen Outback angepasst hatten. Heute exportiert Australien Kamele als Renntiere, wiederum unter anderem nach Saudi-Arabien, Pakistan und Afghanistan.

Expeditionen, die teilweise aus bis zu 70 Kamelen bestanden, legten täglich zwischen 30 bis 40 Kilometer im Outback zurück. Große Bullen mussten dabei ein Gewicht von rund 600 Kilogramm tragen.

Mitte der zwanziger Jahre traten Kraftfahrzeuge an Stelle der Kamele und ein Großteil der Tiere wurde freigelassen. Sie vermehrten sich aufgrund der idealen Bedingungen in den australischen Wüstengebieten sehr schnell. Nach Schätzungen leben heute weit über 100.000 wilde Kamele im roten Zentrum Australiens.

Ayers Rock
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Aber auch als Tourist im Northern Territory kann man sich wie einer der ersten Pioniere fühlen: auf dem Rücken eines Kamels in kleinen Gruppen beispielsweise in den Sonnenuntergang am Uluru (Ayers Rock) zu reiten vermittelt ein Gefühl dafür, wie es für die Pioniere gewesen sein muss, das spätere Wahrzeichen Australiens aus der Ebene empor ragen zu sehen.

Kameltouren werden von einigen Unternehmen angeboten. Anangu Waii führt Touren sowohl in Alice Springs als auch am Ayers Rock durch: «Take a camel to Sunrise», «Take a camel to Sunset» heißen die Touren oder auch «Take a Camel to Dinner». Die Outback Camel Company startet mehrmals im Jahr Expeditionen in Alice Springs. Die Dauer variiert je nach Route zwischen 13 und 28 Tage. Interessant für diejenigen, die richtig in die Geschichte der Pioniere eintauchen möchten. (nz)


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