10.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Model Eva Herzigova und Kapitän Giorgio Moretti bei der Taufe des Schiffs
Foto: dpa/gms
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Allein der Anker wiegt so viel wie zwei afrikanische Elefanten. Das riesige Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» ist bereit für die erste Kreuzfahrt im Mittelmeer.
Im größten Wellnessbereich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes können sich künftig die Passagiere der «Costa Concordia» erholen. Das neue Flaggschiff der italienischen Reederei Costa Crociere wurde am Samstag im Hafen von Civitavecchia getauft.
Taufpatin war das Supermodel Eva Herzigova, die eine Champagnerflasche am Schiffsrumpf zerschellen ließ. Moderiert wurde die Feier von Antonella Clerici, einer der bekanntesten Moderatorinnen des italienischen Fernsehens.
Die «Costa Concordia» ist das größte Kreuzfahrtschiff, das derzeit unter italienischer Flagge fährt. Der Bau des Schiffs in der Werft Fincantieri in Sestri Ponente bei Genua kostete rund 450 Millionen Euro. Die Einrichtungen entwarf der amerikanische Schiffs-Innenarchitekt Joe Farcus.
Gewicht von 110 Der elfte Cruiseliner der Reederei, die dem US-Unternehmen Carnival Corporation gehört, ist 290 Meter lang und 35 Meter breit. Rund 3780 Passagiere können in dem Schiff Platz finden. Die «Costa Concordia» verfügt über insgesamt 1500 Kabinen, darunter 580 Innenkabinen, 920 Außenkabinen - 505 davon mit Balkon - und 70 Suiten.
Nach Berechnungen der Reederei wiegt das Schiff unbeladen so viel wie 110 Jets vom Typ Boeing 747. Der Anker ist mit zwölf Tonnen so schwer wie zwei afrikanische Elefanten.
«Europa» lautet das Motto auf der «Costa Concordia». Die insgesamt 13 Decks haben Namen wie «Germany Deck» oder «Spain Deck». Es gibt eine «Piano Bar Budapest», eine «Diskothek Lisbona» und ein «Casino Barcellona». Und die größte Bar an Bord, die «Grand Bar Berlino», ist dem deutschen Biedermeier nachempfunden. «Europa ist der rote Faden an Bord - als unser Tribut an die Länder», erklärte der Geschäftsführer der Reederei, Pierre Luigi Foschi.
Einziger Grand Prix-Simulator auf SeeAn Bord der «Costa Concordia» befinden sich neben dem Wellness-Center auch drei Swimmingpools. Das «Samsara Spa», wo die Passagiere eine türkische und eine Felsen-Sauna sowie zehn Behandlungsräume, eine Fitness-Studio und ein Teehaus nutzen können, erstreckt sich über zwei Decks und ist insgesamt 2100 Quadratmeter groß. An Bord befindet sich auch der einzige Grand Prix-Simulator auf dem Meer. Mit ihm können Gäste virtuell Rennen in den verschiedenen Motodromen der Welt fahren.
Zwei der fünf Restaurants an Bord sind vom italienischen Spitzenkoch Ettore Bocchia inspiriert. Der einem Michelin-Stern ausgezeichnete Bocchia ist der Küchenchef des Grand Hotels Villa Serbelloni in Bellagio am Comer See. Zudem gibt es 13 Bars, darunter eine Cognac- und Zigarrenbar sowie eine Kaffee- und Schokoladenbar. Insgesamt stehen dem Gast 21.000 Quadratmeter Bar- und Loungefläche zur Verfügung.
Erste Reise ins MittelmeerNach einer achttägigen Premierenfahrt, die am 9. Juli begonnen hat, startet die «Costa Concordia» ab dem 24. Juli im italienischen Hafen Savona zur ersten Reise nach Barcelona, Palma de Mallorca, Tunis, Malta, Palermo und Rom. In der bis zum 19. November dauernden Sommersaison sind insgesamt 18 Mittelmeerkreuzfahrten geplant.
Auch Winter 2006/2007 wird die «Costa Concordia» im Mittelmeer unterwegs sein. «Der Spa-Bereich sowie zwei Pools, die sich bei Bedarf überdachen lassen, machen sie zum idealen Schiff für mediterrane Reisen auch in der kühleren Jahreszeit», sagt Werner Claasen von der deutschen Vertretung der Reederei in Neu-Isenburg.
Als Weihnachts- und Silvesterkreuzfahrten sind elftägige Kreuzfahrten von Savona aus geplant. Ziele dieser Reisen werden Olympia, Piräus, Rhodos, Limassol, Alexandria und Rom sein.
Bei Buchungen bis zwei Monate vor Reisebeginn gelten Bonuspreise ab 699 Euro pro Person. Kinder bis einschließlich 18 Jahre reisen in der Kabine der Eltern zu einem terminabhängigen Festpreis ab 150 Euro mit.
Nach eigenen Angaben hatte die führende Kreuzfahrtreederei Europas im Jahr 2005 mehr als 870.000 Passagiere befördert. (nz)