Zu Besuch in den Schlössern der Queen
26. Mai 2006 10:02
 |  Windsor Castle | Foto: Britainonview/dpa |
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In Großbritannien folgen Reisende gern den Spuren der Königsfamilie. Und erfahren so zum Beispiel, dass die Queen keine Federbetten mag.
Von Thomas BurmeisterDrei dunkelblaue Range Rover huschen an dem schottischen Bergstädtchen Braemar vorbei. Die Insassen tragen Anzüge und Sonnenbrillen. «Kein Zweifel», sagt David Hampson, «das ist der Voraustrupp. Sie muss hier gleich durchfahren.» Nun hält es niemanden mehr in der «Clunie Lodge», Hampsons gemütlichem Gästehaus. Alles strömt zur A93, die durch den Cairngorms National Park führt. Jeder will sie sehen: Elizabeth II. auf dem Weg zu ihrem Privatschloss Balmoral.
Reisen auf den Spuren der Queen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Dieses Jahr bietet sich für solche «Queen-Touren» besonders an: Ihre Majestät feiert 80. Geburtstag. Zu den Höhepunkten des Programms gehört die offizielle Geburtstagsfeier mit der glanzvollen Reiterparade «Trooping the Colour» am 17. Juni in London.
«Dear Old Sandringham»
Beginnen kann eine Tour auf königlichen Pfaden an verschiedenen Orten mit Schlössern und Landsitzen der Royals - etwa in Sandringham, in der ostenglischen Grafschaft Norfolk. In «Dear Old Sandringham», wie Elizabeths Vater Georg VI. es nannte, verbringt die königliche Familie Weihnachten und den Jahresanfang. Besucher können Teile des Schlosses besichtigen, in dem Georg VI. am 6. Februar 1952 starb.
 |  Schloss Sandringham | Foto: Britainonview/dpa |
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An diesem Tag hielt sich seine Tochter in Kenia auf. So wurde sie fern von der Heimat Königin. Sandringham ist auch deshalb mit großen Emotionen verbunden. Die Queen reist meist noch vor dem 6. Februar ab, um nicht am Todestag des Vaters in Sandringham zu sein.
Für das Wochenende nach Windsor
Für niemanden in Großbritannien gilt der Spruch «My home is my castle» so sehr wie für die Queen. Schloss Windsor vor den Toren Londons ist ihr eigentliches Zuhause. Freitags flieht die 80-Jährige vor der Hektik Londons nach Windsor. Für Touristen ist das Städtchen leicht per Bahn zu erreichen. Es ist das größte und älteste bewohnte Schloss der Welt. Bis auf die rein privat genutzten Räume der Queen-Familie ist alles zu besichtigen.Im Sommer zieht es die Königin nach Schottland. Wer dort auf ihren Spuren reisen will, sollte Edinburgh als Ausgangspunkt wählen. Dort liegt seit 1997 die königliche Yacht «Britannia» im Hafen. Besucher erleben, wie stilvoll die Königin reiste - aber auch, dass selbst eine Monarchin ihre Eigenheiten hat: «Die Queen mag einfach keine Federbetten», heißt es beim Rundgang. «Auch ihr Bett an Bord durfte deshalb stets nur mit weißen Laken und Decken ausgestattet sein.»
Die Männer mussten Kilt tragen
Die Queen reist pünktlich zum Beginn des so genannten Highland Gathering in Braemar am 1. September an. Schottlands Nationalfestspiele mit Dudelsackmusik und Kraftmeierwettbewerben wie Feldsteinheben oder Baumstammwerfen hatten es schon Königin Viktoria angetan. Auf Schloss Balmoral hatte Viktoria einst darauf bestanden, dass jeder Mann die Nationaltracht, den Kilt, zu tragen hatte. Später soll die Zuneigung der verwitweten Viktoria zu John Brown, ihrem schottischen Diener, die Liebe zu Schottland noch beflügelt haben. Auch dies ist eine Geschichte, der sich beim Reisen auf den Spuren der Könige nachgehen lässt. Und womöglich treffen Besucher auch Elizabeth II. bei einem ihrer unangemeldeten Ausflüge in Schottlands Natur. (dpa)Informationen: Visit Britain, Hackescher Markt 1, 10178 Berlin (Tel.: 01801/46 86 42)