13. Apr 2006 17:32
Mehr als 1000 Menschen wollen pro Stunde die Frauenkirche in Dresden besichtigen. Damit künftig nicht mehr ganz so vielen abgesagt werden muss, haben sich die Zuständigen etwas einfallen lassen.
Wegen des enormen Andrangs in der Dresdner Frauenkirche wird das Angebot für Besucher erweitert. So sollen Öffnungszeiten in den Abendstunden ausgedehnt und Gruppenführungen mit Kopfhörern während der freien Besichtigung angeboten werden. An freien Freitagabenden werden Präsentationen mit Orgelmusik für rund 1000 Gäste stattfinden. So könnten täglich 10.000 Menschen in die Frauenkirche, sagte Anja Häse vom Besucherdienst am Mittwoch. Im Juni wird zudem ein Besucherzentrum im Kulturpalast eröffnet.
Seit der Weihe der Frauenkirche am 30. Oktober 2005 haben rund 670.000 Menschen das Gotteshaus besucht. Kirchliche Veranstaltungen seien meist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Konzerte ausverkauft. Für Taufen gibt es doppelt so viele Anfragen wie Termine, bei Trauungen werde schon das zweite Halbjahr 2007 geplant. «Der Wiederaufbau hat sich als Touristenmagnet und großer Erfolg für Stadt, Land und Kirche erwiesen», sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Frauenkirchen-Stiftung, Eberhard Burger. «Es herrscht ein Andrang, dem man eigentlich nicht gerecht werden kann.» Die Stiftung operiere am Rande dessen, was für die Besucher und das Gebäude zumutbar sei. «Wir können etwa 1000 Menschen pro Stunde im Kirchraum betreuen», sagte Frauenkirchen-Pfarrer Stephan Fritz. Die Nachfrage sei sehr häufig größer.
Bei täglich siebenstündiger Öffnung könnten 2,5 Millionen Besucher im Jahr empfangen werden - so viele wie in Semperoper, Staatlichen Kunstsammlungen und Kulturpalast zusammen. «Dass die Frauenkirche allen 100.000 Tages- oder 7,3 Millionen Übernachtungsgästen jährlich Zugang ermöglichen kann, ist einfach unrealistisch», sagte Fritz. Laut Burger sind aus den geplanten 20 Mitarbeitern für die Nutzung 40 geworden, der geplante Haushalt habe sich auf 6,8 Millionen Euro in diesem Jahr fast verdreifacht. Die Finanzierung stehe aber auf solidem Fundament. «Wir haben einen leichten Überschuss bei den Einnahmen.» (dpa)