netzeitung.deBahn schafft Rabatt für Bahncard-Mitfahrer ab

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Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn
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Eine Bahnfahrt soll künftig um rund drei Prozent teurer, der Mitfahrerrabatt bei Bahncards abgeschafft werden. Laut der Bahn gewinnen Fernreisende dafür zwischen Köln und Stuttgart Zeit.

Den Fahrplanwechsel am Sonntag nimmt die Bahn zum Anlass, erneut eine Preiserhöhung durchzuführen. Fahrten im Nahverkehr werden in der 2.Klasse durchschnittlich um 2,9 und in der 1. Klasse um 4,2 Prozent teurer. Für Fernreisen muss der Zugfahrer im Schnitt 3,3 Prozent mehr bezahlen.

Zudem werden die Preise der Bahncards angehoben, der gern genutzte Mitfahrerrabatt wird jedoch wegfallen. Preisnachlässe gelten dann nur noch für den Bahncard-Besitzer selbst. Eine weitere Neuerung der Bahncard-Reform ist die Einführung eines Rabattkärtchens für Jugendliche bis 19 Jahre. Für zehn Euro im Jahr will die Bahn ihnen eine Ermäßigung von 25 Prozent auf alle Zugreisen gewähren.

Außer an den Preisen hat die Bahn auch an der Geschwindigkeit ihrer Züge gebastelt. Ein neuer Sprinterzug soll die Fahrzeit zwischen Köln und Stuttgart künftig unter zwei Stunden halten. Der Reisende spart zwar eine Viertelstunde, berappt aber knapp 20 Euro mehr als bisher. Zudem soll eine Verknüpfung zweier Intercity-Linien künftig Zugfahrten zwischen Stuttgart, Nürnberg und Dresden kurzweiliger gestalten.

Spritpreise sorgen für teure Bahntickets
Ursache für die erneute Preissteigerung der Bahn seien die drastisch gestiegenen Spritpreise, sagte Bahnsprecher Gunnar Meyer. Doch laut Meyer lägen die Ticketkosten wegen mehrfacher Preisumstellungen durchschnittlich auf dem Niveau von 1998.

Fahrgastvertreter sind der Meinung, die Bahn setze mit den neuen Preisen falsche Signale. «Die Bahn hätte die Chance gehabt, wegen der hohen Benzinpreise mehr Kunden vom Auto anzulocken und ihre Umsätze zu steigern», sagt der Vorsitzende des Verbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann in einem Interview mit der dpa.

«Die Erhöhung ist nicht nachvollziehbar», meint auch Heidi Tischmann, Bahnexpertin beim Verkehrsclub Deutschland (VCD). Zwar seien die Kosten für Strom und Diesel gestiegen. Die Regionalzüge machten aber höhere Gewinne, und der Fernverkehr sei wirtschaftlich wieder auf Kurs. Um Kunden bei der Stange zu halten, sollten zumindest 2006 die Preise stabil bleiben.

Doch all die Umstellungen sind nicht von langer Dauer. Schon zum Beginn der Fußball-WM Ende Mai 2006 soll die nächste Fahrplanänderung in Kraft treten. Schließlich müssen dann der neue Berliner Hauptbahnhof samt Nord-Süd-Tunnel und die Neubaustrecke Nürnberg-Ingolstadt in das Bahnnetz integriert werden.(nz)