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Schnee und Eis legen Verkehr lahm

26. Nov 2005 09:17
Heißer Tee für liegengebliebene Autofahrer.
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Die Polizei spricht von «blankem Chaos»: Aufgrund des Wetters ist der Bahnverkehr in der Nacht teilweise eingestellt worden. In Niedersachsen und NRW wurden für Reisende Notquartiere eingerichtet.

Schnee, Eis und Sturm haben den Verkehr in Teilen von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in der Nacht zum Samstag zum Erliegen gebracht. «Das war das blanke Chaos», sagte einPolizeisprecher. Mehrere hundert Reisende steckten stundenlang inZügen fest. Andere wurden in Notquartieren wie Turnhallen und Schulen in Osnabrück, Münster, Bohmte, Rheine und Bad Bentheim untergebracht. Sie konnten ihre Reise nicht fortsetzen, weil Schnee und umgestürzte Bäume die Schienen blockierten. Der Bahnverkehr in Osnabrück wurde bis zum Morgen völlig eingestellt. Gegen acht Uhr sollten die Züge wieder fahren.

«Wir wissen nicht, wo wir sind»

Verzweiflung machte sich bei denen breit, die stundenlang in der Bahn eingeschlossen waren: «Bei uns liegen die Nerven blank», sagte ein 38 Jahre alter Mann, der gemeinsam mit rund 400 weiteren Fahrgästen in einem Intercity-Zug aus Köln festsaß. «Wir wissen nicht einmal, wo wir sind. Wir warten immer wieder irgendwo im Niemandsland. Keiner informiert uns», klagte er. Seit mehr als 14 Stunden befinde er sich in der Bahn und habe keine Ahnung, wann er an seinem Zielbahnhof in Hamburg ankomme.

«Die Bahn arbeitet auf Hochtouren», sagte eine Bahnsprecherin. Die Strecken würden so schnell wie möglich geräumt. Auch in Nordrhein-Westfalen fielen diverse Züge aus oder fuhren nur mit Verspätung. Für rund 30 Bahnreisende wurde deshalb am Hauptbahnhof in Münster ein Notquartier in einem ehemaligen Bunker eingerichtet.

Stau auf Autobahnen

Auch Autofahrer kamen nicht besser voran: Auf der A 31 bei Gronau staute sich der Verkehr wegen eines herabgestürzten Starkstromkabels zeitweilig auf bis zu 50 Kilometer Länge. «Es ist alles sehr problematisch. Aber wir kriegen die Lage ganz langsam in den Griff», sagte ein Polizeisprecher. Auf der Strecke entspannte sich die Lage am frühen Samstagmorgen.

Auf der A 1 dagegen kam es in den Morgenstunden kurz vor einer Raststätte bei Tecklenburg in der Nähe von Osnabrück erneut zu einem Stau von rund 20 Kilometern Länge. Auf der A 33 bei Osnabrück versorgten Helfer die Menschen, die teilweise die ganze Nacht in ihren Wagen verbringen mussten, mit heißen Getränken und Decken.

Stromausfall in NRW

In zahlreichen Ortschaften in Nordrhein-Westfalen herrschte in der Nacht weiterhin Stromausfall. Ein Krankenhaus im Kreis Steinfurt musste über ein Notstromaggregat versorgt werden. Die Stromausfälle könnten teilweise noch bis zum Samstagnachmittag andauern, hieß es.

In Baden-Württemberg kam es auf der A 6 bei Sinsheim zu stockendem Verkehr wegen Schneeglätte und zu vermehrten Unfällen mit Blechschäden. In Bayern warnte die Polizei vor überfrierender Nässe. (nz)

 
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