netzeitung.deOnur Air: Reisebranche befürchtet Verluste

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Maschine der Onur Air (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Maschine der Onur Air
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach dem Einflugverbot für die türkische Onur Air behalten sich deutsche Reiseveranstalter Ersatzforderungen vor. Auch eine Klage gegen die Türkei wird nicht ausgeschlossen.

Der Deutsche Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) rechnet nach dem Start- und Landeverbot für die türkische Charterlinie Onur Air mit hohen Ausfallkosten für deutsche Veranstalter.

«Wenn sich die betreffenden Parteien nicht einigen, kann es für die Reiseveranstalter zu Verlusten im siebenstelligen Bereich kommen», sagte DRV-Präsident Klaus Laepple am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Onur Air müsse sich auf Ersatzforderungen einstellen, sollten bestehende Verträge mit deutschen Reiseanbietern nicht erfüllt werden.

Auch eine Klage gegen die türkische Regierung hält Laepple für denkbar: «Wenn sich herausstellt, dass die nationalen Luftfahrtbehörden die Fluggesellschaft nicht gewissenhaft auf Sicherheitsmängel geprüft haben, gibt es auch hier Regressansprüche.«

Derzeit würden viele Reiseveranstalter abwarten, ob Onur den Flugbetrieb wieder aufnehmen kann, so der DRV-Präsident. Ein großes deutsches Reiseunternehmen habe aber bereits für die gesamte Sommersaison auf eine andere Fluglinie umgebucht.

Verschärfte Kontrollen angemahnt
Um ähnliche Ausfälle in der Zukunft zu vermeiden, forderte Laepple umfangreiche Kontrollen. «Die deutschen Behörden müssen gewissenhaft Flug- und Pilotenversicherungen prüfen», sagte er. Die Hersteller der Flugzeuge müssten außerdem gemeinsam mit den Fluggesellschaften die Sicherheit der Maschinen gewährleisten.

Über das von den Niederlanden verhängte Einflugverbot für Onur Air beraten seit dem heutigen Montag Vertreter der niederländischen Flugaufsicht und der Airline. Deutschland sei an den Gesprächen in der Nähe des Amsterdamer Flughafens Schiphol nicht beteiligt, sagte ein Regierungssprecher in Den Haag.

Die Niederlande werfen Onur Air gravierende Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen vor. Am 12. Mai wurde ein einmonatiges Start- und Landeverbot verhängt. Auch Deutschland, Frankreich und Schweiz erließen Verbote. (nz)