21. Feb 2005 10:56
Bahn-Chef Mehdorn ist «verwundert» über die umfassenden Schutzvorkehrungen zum Besuch von US-Präsident Bush im Rhein-Main-Gebiet. «Damit macht man sich in Deutschland nicht viele Freunde.»
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn geht davon aus, dass durch den Besuch von US-Präsident George W. Bush im Rhein-Main-Gebiet bis zu einer dreiviertel Million Fahrgäste betroffen sein werden. Die Behinderungen am Mittwoch ließen sich leider nicht auf den Verkehrsknoten Frankfurt-Wiesbaden-Mainz beschränken, sagte Mehdorn der «Financial Times Deutschland» (FTD), wie die Zeitung am Montag berichtete.Bush trifft am Mittwoch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in Mainz und besucht zudem die US-Armee in Wiesbaden. Die Polizei von Rheinland-Pfalz und Hessen plant in dem Großraum «drakonische Abriegelungen», so die Zeitung. Über das Ausmaß der Sicherheitsvorkehrungen zeigte sich Mehdorn «verwundert». «Damit macht man sich in Deutschland nicht viele Freunde», sagte der Bahnchef der «FTD».
Auch seine Bitte an Innenminister Otto Schily (SPD), die Sperren abzumildern, sei ohne Erfolg geblieben. Schily sei gegen das «sehr rigide Sicherheitskonzept» der US-Behörden nicht angekommen, erklärte Mehdorn. Um Anschlägen vorzubeugen, hat die Polizei gleich drei unterschiedliche Routen für Bush vom Frankfurter Flughafen nach Mainz ausgewählt. Die Bahn rechnet mit längeren Streckenstreckungen und Verspätungen.Für die Sicherung der Strecke wird über Stunden der Bahn- und Straßenverkehr zum Erliegen kommen. «In diesen Pausen fallen an die 100 Züge weg», sagte Mehdorn weiter. Das werde den Fahrplan «sehr stark beschädigen». Die Behinderungen beträfen auch Fahrgäste aus Hamburg oder Süddeutschland. Noch kein Staatsgast in Deutschland wurde so umfassend abgeschirmt wie jetzt der US-Präsident. (nz)