netzeitung.de«Es sieht aus wie nach einem Wirbelsturm»

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Kata Beach auf Phuket nach der Flutwelle (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kata Beach auf Phuket nach der Flutwelle
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Von dem Seebeben sind auch Touristenregionen betroffen. Allein auf der thailändischen Insel Phi-Phi werden 200 Tote befürchtet. Auf den Malediven wurden ganze Atolle zerstört.

Eine durch das schwere Seebeben in Südasien ausgelöste Flutwelle hat auch die thailändische Ferieninsel Phuket erfasst. Mehrere Gebäude seien zerstört worden, gaben die Behörden in Bangkok bekannt. Die Marine habe Touristen aus gefährdeten Ortschaften in Sicherheit gebracht.

Laut dem Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) wurde mindestens ein deutscher Urlauber auf Phuket verletzt. Genaue Einzelheiten kenne man aber nicht, sagte ein DRV-Sprecher der Nachrichtenagentur AP.

Ein thailändischer Regierungssprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass im Süden des Landes bis zu 200 Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Besonders kritisch sei die Lage auf der Insel Phi-Phi zwischen Phuket und dem Festland. Rettungsmannschaften könnten die Insel wegen des Unwetters bislang nicht erreichen.

Laut einem japanischen Pressebericht kenterte ein Ausflugsboot in der Region Krabi. An Bord sollen sich rund hundert Passagiere befinden. Wie viele Touristen getötet oder verletzt wurden, ist bislang unklar. In ersten Berichten hieß es, vier Urlauber seien auf Phuket ins Meer gerissen worden.

Urlauber auf Phuket vermisst
«Es sieht hier aus wie nach einem Wirbelsturm», sagte eine Augenzeugin der dpa. Nach vielen westlichen Urlaubern aus ihrem Hotel werde noch gesucht. «Die Flutwelle hat Boote auf das Hotel geschleudert», so die Frau. «Am Strand liegt eine dicke Schlammschicht, und es stinkt fürchterlich.»

Von dem Seebeben sind vor allem der Süden Indiens und Sri Lanka betroffen, wo nach bisherigen Erkenntnissen etwa 6000 Menschen starben. Das Epizentrum lag auf der indonesischen Insel Sumatra. Zu spüren waren die Erdstöße auch in Malaysia - unter anderem auf der Touristeninsel Penang - sowie in Singapur.

Atolle auf Malediven zerstört
Die Malediven wurden von der bislang schlimmsten Flutwelle erfasst. Das Schicksal hunderter Urlauber ist ungewiss. Der Flughafen der Hauptstadt Male wurde wegen der Überschwemmungen geschlossen.

Inzwischen sei das Wasser in Male zurückgegangen, es werde aber eine Rückwelle befürchtet, sagte ein Augenzeuge der dpa. Die Einwohner der Stadt bauten Wälle aus Sandsäcken.

Er sei mit seinem Flugzeug zum Tanken in Male gelandet und dort von der Flut überrascht worden, sagte der österreichische Pilot Dieter Malina . «Ich konnte mich auf das Dach meines Flugzeugs retten.» Urlauber hätten ihm berichtet, dass teils ganze Hotelanlagen ins Meer gespült worden, so Malina. Viele Atolle seien völlig zerstört worden.

Auswärtiges Amt schaltet Hotline
Ein Sprecher des Touristikkonzerns Tui sagte, die Kommunikation in die Katastrophengebiete sei «extrem schwierig».

Für Angehörige von Urlaubern, die sich in den betroffenen Regionen aufhalten, hat das Auswärtige Amt unter der Telefonnummer 030-50001000 eine Informations-Hotline eingerichtet. (nz)