Kino in den Katakomben von Paris
Ausgerechnet unterhalb des vornehmen 16. Arrondissements entdeckte eine Polizeistreife kürzlich ein illegales Kino und Restaurant, dessen Gäste sich offensichtlich mit Whiskey und Thrillern die Zeit vertrieben. Das berichtet der britische «Guardian».
Die Polizisten, deren Einheit für die Überwachung des mehr als 300 Kilometer langen Tunnelsystems zuständig sind, ließen sich In der Nähe des Trocadéro durch einen Abzugsschacht in den Untergrund hinab. Kurz darauf sahen sie eine Plane mit der Aufschrift «Baustelle - Betreten verboten».
In einer kleineren Höhle befand sich eine improvisierte Bar mit Whiskey und anderen Spirituosen sowie einem Dampfkochtopf für Couscous-Gerichte. Laut der Polizei hatten sich die Betreiber ein professionelles Stromnetz legen lassen und verfügten über mindestens drei Telefonanschlüsse.
Wer die Kinobetreiber im Untergrund sind, ist der Polizei weiterhin ein Rätsel. An die Decke seien Hakenkreuze, keltiche Kreuze und mehrere Davidsterne gemalt worden, so ein Sprecher. «Ich glaube nicht, dass es Extremisten sind. Eher eine Sekte oder Geheimgesellschaft.»
Offiziell zu besichtigen ist nur noch ein kleiner Teil des Pariser Untergrunds, der in der Antike als Steinbruch genutzt wurde. Später wurden dort bis zu sechs Millionen Menschen bestattet, als die Friedhöfe im 17. Jahrhundert zu eng wurden. Seit 1995 ist der Zutritt zu dem übrigen Tunnelsystem aus Sicherheitsgründen verboten. Underground-Freaks finden allerdings immer geheime Zugänge, um Partys zu organisieren.
Für das Web ediert von Corina Kolbe

