09.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Kann er Spanien ersetzen? Ostsee-Strand
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Reisebüros bekommen die Wirtschaftskrise zu spüren: Derzeit werden in Deutschland deutlich weniger Urlaubsreisen für den Sommer gebucht, vor allem die Familien sparen. Ein spezieller Trend setzt sich dennoch fort.
Die Wirtschaftskrise bremst auch die als weltmeisterlich bekannte Reiselust der Deutschen. Für den kommenden Sommerurlaub gingen von September 2008 bis Ende Januar 2009 gut fünf Prozent weniger Buchungen ein als im Vorjahreszeitraum, wie das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK am Montag aufgrund von Daten aus rund 1.200 Reisebüros mitteilte. Allein im Januar habe die Zahl der Buchungen um neun Prozent abgenommen. Der deutsche Marktführer TUI erkennt für den Sommer einen deutlichen Trend zu All-inclusive-Reisen.
Laut Gfk zeigen sich vor allem Familien bei den Planungen für den Sommer deutlich zurückhaltender als noch vor einem Jahr: Sie buchten demnach bis einschließlich Januar 14 Prozent weniger. Unverändert reiselustig seien Alleinstehende. Bei Paaren sei ein leichter Rückgang um zwei Prozent zu verzeichnen. Trotz Wirtschaftskrise weiterhin gefragt sind laut GfK Reisen zu Preisen ab 1.500 Euro, die sich ebenso gut wie im vergangenen Jahr verkaufen lassen.
Verloren habe hingegen das untere Preissegment bis 750 Euro. Dies könnte nach Einschätzung der Marktforscher für einen Verzicht auf den Zweiturlaub, etwa über Pfingsten, sprechen. Auch Reisen mit einer Aufenthaltsdauer von sieben bis zehn Nächten würden weniger nachgefragt, Standard bleibe der zweiwöchige Sommerurlaub. Beliebt seien außerdem Kurztrips mit bis zu drei Übernachtungen, Reisen unter einer Woche und Ferien mit mehr als 20 Übernachtungen.
Türkei ist wachstumsstärkstes Urlaubsland Entsprechend der rückläufigen Buchungszahlen müssen sich mit Ausnahme von Italien alle anderen Urlaubsländer Südeuropas auf insgesamt drei Prozent weniger Touristen aus Deutschland in diesem Sommer einstellen. Gewinner der kommenden Sommersaison ist laut GfK die Türkei: Mit einer Umsatzsteigerung um 13 Prozent ist sie bis Ende Januar unter den Top-15-Ferienzielen das wachstumsstärkste Urlaubsland.
TUI Deutschland meldete zum Auftakt der weltgrößten Reisemesse ITB am Montag, All-inclusive-Angebote liefen besser denn je. «Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten schätzen unsere Gäste, dass sie schon vor der Reise wissen, was der Urlaub am Ende kosten wird», erklärte Volker Böttcher, der Vorsitzende der Geschäftsführung der TUI Deutschland.
Übernachtungen in der EU sanken 2008 Gute Zahlen wiesen die Reisebüros laut Gfk für die noch bis April laufende Wintersaison aus: Hier sei der Umsatz um 6,7 Prozent gewachsen. Dank hoher Frühbucherzahlen aus dem Sommer 2008 ergebe sich somit für das bis Oktober laufende gesamte touristische Jahr 2008/2009 derzeit noch ein Umsatzplus von rund einem Prozent.
Europäische Hotels bekamen die Wirtschaftskrise bereits im vergangenen Jahr zu spüren: Die Zahl der Übernachtungen in der EU sank um 0,5 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Montag mitteilte. Nach einem leichten Anstieg im ersten Trimester 2008 gingen die Übernachtungszahlen ab Mai gegenüber dem Vorjahr zurück, im Herbst fielen sie sogar um 3,2 Prozent.
In Deutschland stieg die Zahl der Hotel-Übernachtungen gegen den Trend um 1,9 Prozent. Mit insgesamt 219 Millionen Übernachtungen in Hotels, Pensionen und anderen Gaststätten liegt Deutschland als größter EU-Staat damit auf Platz Drei. Noch mehr Übernachtungen zählten nur Spanien (270 Millionen) und Italien (247 Millionen). (AP)