Malediven heben Beschränkungen auf: 

netzeitung.deWeg frei im Paradies

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Jetzt dürfen Touristen mehr als die Hotelinsel erkunden (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jetzt dürfen Touristen mehr als die Hotelinsel erkunden
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Mit weißen Stränden und tiefblauem Wasser gelten sie als Urlaubsparadies. Allerdings musste man das kritische Gewissen bislang zuhause lassen, denn Touristen durften sich auf den Malediven nicht frei bewegen. Das soll sich ändern.

Der neu gewählte Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, will alle bislang geltenden Bewegungseinschränkungen für ausländische Touristen in dem Urlauberparadies aufheben. Nasheed sagte nach seinem Wahlsieg in einem Gespräch: «Wir werden das Land ohne Restriktionen öffnen.»

Die meist westlichen Touristen dürfen sich bislang nur auf Hotelinseln, in der Hauptstadt Malé oder auf bestimmten Besucherinseln in den Atollen aufhalten. Grund war die befürchtete Verfremdung der Kultur des muslimischen Landes. Diese Einschränkungen machten in einer zunehmend vernetzten Welt keinen Sinn mehr, sagte Nasheed.

Er sei sich der Abhängigkeit vom Tourismus, der größten Einnahmequelle der Inselkette, sehr bewusst. «Deutschland ist einer unserer größten Tourismusmärkte.» Mit einer demokratischen Regierung in Malé sei es Urlaubern nun möglich, mit einem «besseren Gewissen» auf die Malediven zu reisen. Durch die Öffnung der von Einheimischen bewohnten und bislang abgeschotteten Inseln wolle man Besuchern ermöglichen, «ein Teil von uns zu sein» und die Kultur besser kennenzulernen. Seine Regierung wolle das Land außerdem stärker für Handel und ausländische Investitionen öffnen.

Demokratisierung angekündigt
Nasheed (41), der die Maledivische Demokratische Partei (MDP) anführt, kündigte zudem eine weitreichende Demokratisierung an. Der frühere politische Gefangene hatte sich am Mittwoch in einer Stichwahl gegen den 71-jährigen Amtsinhaber Maumoon Abdul Gayoom durchgesetzt.

Der Autokrat Gayoom, der am längsten herrschende Machthaber Asiens, hat die Malediven knapp 30 Jahre lang regiert. Ihm wurden diktatorische Züge vorgeworfen. Er akzeptierte Nasheeds Wahlsieg und kündigte eine geordnete Übergabe der Amtsgeschäfte binnen zehn Tagen an. Nasheed sagte, er hege keinen Groll gegen Gayoom. «Vergeben ist sehr wichtig.» Es werde «keine Hexenjagd» geben. Seine Regierung werde Menschenrechte und Grundfreiheiten respektieren.

Gayoom herrschte seit November 1978 auf den Malediven, wo der Präsident Staats- und Regierungschef ist. In seiner Amtszeit gelang es ihm, aus den Malediven das Land mit dem größten Pro-Kopf-Einkommen Südasiens zu machen.

Der kleine Staat am Äquator mit seinen rund 385.000 Einwohnern besteht aus 1190 Koralleninseln, von denen rund 200 bewohnt sind. 87 Inseln sind Touristen-Resorts. Tourismus und Fischerei sind die Haupteinnahmequellen der Bewohner. Die Malediven sind bei westlichen Urlaubern - und wegen ihrer Korallen- und Fischvielfalt besonders bei Tauchern - sehr beliebt. (dpa)