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Mit dem Navi durch die Berge: 

High-Tech-Revolution im Wandersport

04. Sep 2008 13:29
Mehr als 10.000 Wanderfreunde vertrauen auf GPS
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Eingefleischte Wanderer werden wohl die Nase rümpfen, wenn ihnen demnächst Gleichgesinnte mit Navigationsgerät und Internetroute über den Weg laufen. Denn das sogenannte «Webwalking» erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

«An der nächsten Eiche biegen sie bitte links ab und folgen sie dem Verlauf des Baches 800 Meter.» Bis solche Ansagen regelmäßig das Vogelzwitschern in heimischen Wäldern übertönen, dauert es wohl nicht mehr lange. Das Internet und die Satellitennavigation mittels GPS haben längst begonnen, den nicht erst seit den Bestsellern von Hape Kerkeling und Manuel Andrack boomenden Volkssport Wandern zu revolutionieren.

Traditionalisten unter den zehn Millionen regelmäßigen Wanderern in Deutschland werden die Nase rümpfen, technikfreudige Individualisten den Nutzen schätzen lernen. Der Trend zur Digitalisierung steht vom kommenden Freitag an (5.-7. September 2008) im Mittelpunkt der führenden Messe für den Wandersport «TourNatur» in Düsseldorf.

«Webwalking» heißt das Wandern mit Unterstützung aus dem Internet. Immer mehr Tourismusregionen bieten dort Wanderportale an, mit denen sich die Wanderer auf ihre Ausflüge vorbereiten können. «Es werden in den nächsten Monaten eine ganze Reihe Portale dazukommen, und es wird ein Konkurrenzkampf um die besten Angebote entstehen», ist Achim Schmidt vom Institut für Natursport der Deutschen Sporthochschule in Köln überzeugt. Erstmals hat die Hochschule die Angebote untersucht.

Der Computer berechnet die Route

Die meisten der bislang 46 Portale für Deutschland, Österreich und die Schweiz sind dabei noch ausbaufähig, attestiert der Sportwissenschaftler. Als bislang bestes deutschsprachiges Portal lobt Schmidt ein Angebot für Südtirol.

Im Wanderportal der Zukunft wird der Wanderfreund nicht nur eingeben können, wie weit er laufen möchte, sondern auch, welche Höhenunterschiede er zu bewältigen gedenkt, ob er breite Wege oder schmale Pfade bevorzugt, es schattig oder sonnig mag. Außerdem wird ihm auf Mausklick mitgeteilt, welcher Linienbus ihn um wie viel Uhr von seinem Ziel abholt.

Der Computer wird ihm dann seine individuelle Route berechnen und die Daten für sein GPS-Gerät bereitstellen, das ein Verlaufen im Wald künftig praktisch unmöglich machen soll. Außerdem lassen sich Wanderkarten und ein «Roadbook» ausdrucken, das jede Abzweigung beschreibt. Als Extra wird ein Höhenprofil der Strecke bereitgestellt.

14,5 Millionen Euro für den Wandersport

«Die Grundidee ist, dem Gast eine individuelle Tour nach seinen Wünschen zu bieten, ohne ihn eine Stunde lang am Tresen der Tourist- Information beraten zu müssen», sagt Schmidt. Bislang sind solche Portale in Deutschland vor allem für die Alpen, den Schwarzwald und das Ruhrgebiet online. «Den meisten fehlt allerdings noch die «Routing-Funktion», wie man sie vom Auto-Navigationssystem kennt. Dieser Komfort ist noch nicht erreicht», berichtet Schmidt.

Deswegen lassen sich derzeit via Internet meist nur festgelegte Routen auswählen. Für ein umfassend interaktives Angebot der Wanderwege müssen die Tourismusregionen tief in die Tasche greifen und das Wanderwegenetz neu abfahren und digitalisieren lassen - inklusive Bodenbeschaffenheit und markanten Wegweisern. Bei 400 000 Kilometern Wanderwegen in Deutschland ist das ein Mammutvorhaben. Allerdings geht es auch um einen Markt mit dem Volkssport Wandern, den der Deutsche Wanderverband auf 14,5 Milliarden Euro schätzt.

Die speziellen GPS-Geräte für Wanderer haben schon jetzt Konkurrenz bekommen: Die neue Handy-Generation kann via «Google maps» und GPS bereits jetzt die aktuelle Position eines Fußgängers in der Landschaft anzeigen und den Weg, den er zurückgelegt hat. Die Wanderkarte aus Papier hat aber dennoch nicht ausgedient - für den Fall, dass der Akku mal leer ist und die Stimme des Navigationsgeräts plötzlich verstummt. (Frank Christiansen, dpa)

  • » Hier geht's zur Wandermesse "Tour Natur 2008"
  • » Zum deutschsprachigen Trekkingportal für Südtirol

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