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In fremden Betten schlafen: 

Urlaub ohne Hotelkosten

20. Aug 2008 09:27
In den USA gibt es besonders viele Wohnungstauscher
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Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres, doch leider kostet gerade die Unterkunft viel Geld. Um hier zu sparen, kann man einfach in die Wohnung von Fremden ziehen. Aber Achtung, die kommen auch zu Ihnen.

Tausende Urlauber verreisen Jahr für Jahr quer durch die Welt, ohne einen einzigen Euro für Hotelkosten auszugeben. Wie das geht? Sie tauschen in den Ferien kurzerhand die Wohnung mit Fremden. So kommt man beispielsweise zum dreiwöchigen Strandurlaub in Kalifornien, während die amerikanischen Gastgeber zeitgleich Urlaub in der eigenen Hamburger Stadtwohnung machen.

Was in den USA und England schon seit Jahrzehnten gang und gäbe ist, findet auch in Deutschland immer mehr Fans. Vor allem kinderreiche Familien haben per Tauschurlaub die Chance, für vergleichsweise wenig Geld die Welt zu sehen. Ein schickes Apartment mitten in New York, ein Haus am Strand von Florida, am norwegischen Fjord, ein Loft in Madrid, Villa Kunterbunt in Schweden? Was im Urlaubsbudget der meisten Menschen normalerweise nicht drin ist, wird möglich durch den Quartiertausch getreu dem Motto «Mein Haus ist dein Haus». Preiswerter geht's kaum:

Besonders Mutige tauschen sogar ihr Auto

Was finanziert werden muss, sind lediglich die An- und Abreise sowie der Aufwand für Verpflegung und Ausflüge. Besonders Mutige tauschen sogar ihr Auto mit der fremden Gastfamilie. Entstanden ist die individuelle Urlaubsidee schon Anfang der 50er Jahre, als vor allem Amerikaner und Briten das jeweils andere Land so preiswert wie möglich kennenlernen wollten, wie Manfred Lypold berichtet, ehrenamtlicher Sprecher von «Homelink», der nach eigenen Angaben weltweit größten Haustauschorganisation. Die Tauschbörse, ein Verein ohne kommerzielle Ziele, existiert seit 55 Jahren und bietet derzeit 12.000 bis 16.000 Tauschobjekte in mehr als 69 Ländern der Erde.

Spätestens seit der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter in den 70er Jahren seine Erdnussfarm in Georgia im Urlaub gegen eine Strandvilla in Brasilien tauschte und begeistert davon schwärmte, ist das Ferienkonzept nicht mehr zu stoppen. Das Internet macht die Suche nach Tauschpartnern einfach. Inzwischen gibt es neben homelink.de eine ganze Handvoll Börsen im Netz, die dabei helfen, unter anderem intervac.com, swapeo.com, homeexchange.com oder spacexchange.de. Sie funktionieren alle nach einem ähnlichen Prinzip.

Alles im Internet vorher zum Anschauen

Wer für einige Dutzend Euro Jahresbeitrag Mitglied wird, bekommt die Qual der Wahl. Hunderttausende Menschen bieten weltweit ihr Heim zum Tausch an. In den bebilderten Einladungen werden Größe, Lage, Zimmer und Besonderheiten des Domizils genau beschrieben. Man erfährt, wie weit die Bleibe vom nächsten Stadtzentrum entfernt ist, wie viele Fahrräder im Schuppen stehen, ob Haustiere erlaubt sind oder das Auto mitbenutzt werden kann.

Hat man sich eine Wohnung herausgepickt, vermittelt die Tauschbörse die Adresse des Gastgebers. Und dann heißt es selbst aktiv werden, E-Mails oder Briefe schreiben, Reisetermine besprechen, Details abklopfen. Wer selbst ein attraktives Tauschziel anbieten kann, hat gute Karten, bei den tollsten Domizilen zum Zug zu kommen. Es muss übrigens nicht immer nur der klassische Tauschurlaub sein. Möglich ist auch ein Quartierwechsel nur fürs Wochenende. Oder ein Langzeittausch für mehrere Monate.

Lieber eine Extraversicherung

In jedem Fall gilt: Eine gehörige Portion Vertrauen gehört dazu, wenn man Fremde ins Haus lässt. Grundsätzlich sollte ein Haustausch nur gut versichert durchgezogen werden, empfiehlt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Hausrat- und Privathaftpflicht-Police genügen in der Regel. Wertvolles gehört weggeschlossen. Die Versicherer sollten allerdings über den Tausch informiert werden.

Wer schriftlich bestätigt bekommt, dass keine Gefahrenerhöhung durch die fremden Bewohner vorliegt, ist auf der sicheren Seite. Und alle Mutigen, die ihre Autos tauschen, sind gut beraten, eine befristete Vollkaskoversicherung abzuschließen. Manche Tauschpartner vereinbaren zusätzlich eine kleine Kaution für Schadensfälle, andere das «Prinzip der geschlossenen Schränke», wie Familie Buttler in ihrem Erfahrungsbericht auf homelink.de erzählt.

Soll heißen: Wir schnüffeln bei Euch nicht herum, ihr nicht bei uns, der Rest ist frei zugänglich. «Am besten funktioniert ein Tausch mit Familien, die in einem ähnlichen Umfeld leben und arbeiten», so der Tipp von Familie Arnold, die bereits Tauschurlaube in Deutschland, Belgien und USA verbrachte. (Berrit Gräber, AP)


 
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