14. Jul 2008 17:23
Es gibt sie noch: Menschen ohne Handy. Wenn sie in den Urlaub fahren, gibt es in dringenden Fällen trotzdem eine Möglichkeit, zu ihnen durchzudringen. Voraussetzung: der Notfall wird von einer glaubwürdigen Quelle bestätigt.
«Allerdings ist die Nutzung im Handyzeitalter stark rückläufig.» Während der ADAC 1999 noch rund 1000 Reiserufe im Jahr weiterleitete, waren es im vergangenen Jahr nur noch 121. Diese Entwicklung bestätigt auch der Hessische Rundfunk, bei dem die ARD-Reiserufstelle angesiedelt ist. Vor einigen Jahren seien täglich noch 15 bis 20 Reiserufe bearbeitet worden, inzwischen seien es meist nur noch ein bis zwei pro Woche.
Die öffentlich-rechtlichen Radiosender verbreiten die Reiserufe dann im Rahmen der Verkehrsmeldungen - allerdings nur in wirklich dringenden Fällen. Meist sei ein Angehöriger gestorben oder schwer erkrankt, oder die heimische Wohnung wurde durch ein Feuer oder einen Wasserschaden stark beschädigt.
Bevor ein Reiseruf veröffentlicht wird, müssen die Polizei, ein Krankenhaus oder das Beerdigungsinstitut den Fall bestätigen. Ein Reiseruf kann im Notfall Tag und Nacht telefonisch unter der ADAC-Service-Nummer 01805/10 11 12 (14 Cent/Min) beantragt werden. Die ARD-Reiserufstelle ist täglich von 5.00 bis 24.00 Uhr unter 069/1 55 33 33 erreichbar.
Übrigens gab es den Reiseruf schon lange, bevor in jedem Auto ein Radio eingebaut war. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden an Raststätten Tafeln aufgestellt, auf die der Tankwart den Namen oder das Kennzeichen der Gesuchten schrieb. (dpa)