Naturschauspiele in Namibia:
Das Leuchten der Wüste
09.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Auch wenn der Aufstieg im losen Sand nicht einfach ist, sollten Besucher diese Anstrengung auf sich nehmen. Denn die Mühe wird mit einem Ausblick auf das endlos erscheinende Dünenmeer belohnt, in dem auch eine durch Wasser geformte Lehmpfanne liegt. Sie füllt sich nur alle paar Jahre, wenn es in den Auffanggebieten des Tsauchab-Flusses genug geregnet hat.
In der Nähe der Soussusvlei-Parkeinfahrt lohnt ein Besuch des Sesriem Canyons. «Ses Riem» - sechs aneinander geknotete Riemen eines Ochsengespannes - brauchten Reisende früher, um Eimer in die 30 Meter tiefe Schlucht hinabzulassen, die der Tsauchab-Fluss hier in die Felsen gegraben hat. Heute ist jeder gut beraten, der ausreichend Trinkwasser mit sich führt. Zwar soll der Canyon nach Regenfällen tatsächlich Wasser führen, aber das passiert nur ganz selten.
Auf dem weiteren Weg in den Süden empfiehlt sich ein kleiner Umweg. Die wenig befahrene Sand- und Schotterpiste D 707 biegt bei Spes Bona ab. Hier sind die Reisenden meistens mit der Natur allein. Irgendwo am Horizont verschmilzt die schnurgerade Piste mit dem blauen Himmel und den weißen Wolkenfeldern. Begrenzt wird der Blick nur durch die schroffen Bergzüge der Tirasberge auf der einen und die roten Dünen der Namib auf der anderen Seite.
Nach 123 Kilometern stößt die D 707 auf die Straße C 13, die nach Aus führt. Der kleine Ort ist vor allem wegen seiner wilden Pferde bekannt. Sie leben in kleinen Gruppen und haben sich über Jahrzehnte die Wüste als Lebensraum erobert. Um die Herkunft der Tiere ranken sich unterschiedliche Geschichten, wahrscheinlich stammen sie aber von Pferden der südafrikanischen Armee ab, die während des Ersten Weltkrieges versprengt wurden und verwilderten.
Die bedeutendste Stadt im Süden Namibias ist das 150 Kilometer landeinwärts gelegene Keetmanshoop. Hierhin kommen Touristen vor allem wegen des Köcherbaumwaldes. Der Köcherbaum ist eigentlich eine Aloenart. Er kann größere Wassermengen im Stamm speichern, wo es durch die holzige Borke gut vor Verdunstung geschützt ist. Das lässt ihn auch längere Durststrecken überleben.
Heute dienen die rund 250 Bäume vor allem als Fotomotiv. Besonders morgens und abends gelingen eindrucksvolle Aufnahmen und erinnern - wie die Fotos von den Nebeln am Morgen - zu Hause an die Naturerlebnisse im Süden Namibias. (Detlef Berg, dpa)
Informationen: Namibia Tourism, Schillerstraße 42-44, 60313 Frankfurt (Tel.: 069/133 73 60

