Zwar sind Qualität und Preis immer noch am Wichtigsten für eine Kaufentscheidung, aber «Firmen mit guter Umweltbilanz werden inzwischen bevorzugt, und die meisten Hochschulabsolventen würden gern bei grünen Unternehmen arbeiten», sagt Andrew Wilson, Chef einer Beratungsfirma für Ökostrategien.Die USA sind traditionell ein Land der Autofahrer, doch bei einem Preis von knapp vier Dollar pro Gallone, hört auch für die Amerikaner der Spaß auf – eine psychologisch wichtige Grenze wird überschritten. Durch den günstigen Wechselkurs kostet der Liter Sprit für Europäer zwar nur 68 Cent, aber durch die US-Wagen mit ihrem enormen Verbrauch, wird dieser Vorteil fast wieder zu nichte gemacht.
Da nicht nur Benzin, sondern auch Flugtickets immer teurer werden, ist Bahnfahren wieder populär, beobachtet die Bahngesellschaft «Amtrak». Von Oktober 2007 bis April 2008 seien die Passagierzahlen um elf Prozent gestiegen «und wir sind jetzt sehr gespannt darauf, wie diese Entwicklung in der Hauptreisezeit im Sommer weitergeht», sagt Vernaé Graham von Amtrak in Oakland, Kalifornien. Noch wurden die Ticketpreis zwar nicht erhöht, aber dazu könnte es bald kommen, «denn auch der Diesel kostet jetzt mehr».
Um Energie zu sparen werden in den Hotel-Neubauten in Las Vegas besonders reflektierende Fensterscheiben eingesetzt. Auch immer mehr Solaranlagen bekommen Touristen auf ihren Hoteldächern zu sehen. Die Bewegung in Richtung Ökostrom vollzieht sich vor allem im Kleinen. In den Rocky Mountains erzeugen die Skiressorts von Aspen und Vail ihren Strom mit Hilfe von Windkraftanlagen weitgehend selbst.
Wie diese neue «grüne Welle» bei europäischen Touristen ankommt, lässt sich bisher schwer abschätzen. «Das Thema wird den Deutschen nach allen Diskussionen über den Energieverbrauch der USA megaschwer zu vermitteln sein», erwartet Tilo Krause-Dünow, Chef des Nordamerika-Reiseveranstalters Canusa aus Hamburg. Die immer noch vorherrschende Wegwerfkultur passt nicht mit dem neuen Ökotourismus zusammen. «Ich bin mir aber sicher, dass sich auch dies in den kommenden fünf bis zehn Jahren ändern wird», sagt Krause-Dünow. Schließlich seien die Amerikaner schon mehrfach «vom einen Extrem ins Andere gewechselt». (Christian Röwekamp, dpa)