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netzeitung.deWilder Westen in der Bretagne

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Hoch über der Baie des Trépassés: Die Westküste von Finistère eignet sich gut zum Wandern. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hoch über der Baie des Trépassés: Die Westküste von Finistère eignet sich gut zum Wandern.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Staubige Straßen führen ins Nirgendwo. Die einsamen Orte sind schwer zu finden. Dafür brandet der Atlantik mit hohen Wellen heran. Wer Abenteuerurlaub mag, aber auch von Ruhe träumt, ist hier richtig: in Finistère, in der Bretagne.

Wer hier ankommt, wird sich mit einiger Sicherheit zunächst einmal verirren. Finistère heißt auf Deutsch das «Ende der Welt». Auto und Karte sind ein Muss. Denn bretonische Dörfer sehen oft so aus: Da steht ein Haus und dort ein anderes, gerne am Ende von Sackgassen. Die Gebäude sind auf Schilder gemalt, die an vielen Kreuzungen stehen.

Eines müssen Urlauber in Finistère dagegen nicht lange suchen: die Küste.
Finistère ist im Norden, Süden und Westen vom Atlantik umgeben. Besonders schön präsentiert sich die Westküste. Hier ragen das Pays de Bigouden, die Halbinsel von Crozon und die Côte des Abers wie drei Finger ins Meer. Hier finden Urlauber hundert Kilometer Küstenlinie mit vielen Buchten, Steilküsten und Sandstränden.

Küstenwandern und Wellenreiten
Obwohl der Ozean nicht so warm wird, eignet er sich zum Planschen – und mehr noch zum Windsurfen und Wellenreiten. Wer lieber an Land bleibt, kann bei Ebbe den Strandseglern zuschauen. Sie flitzen über den Sand vorbei an verwitterten Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg. Zum Küstenwandern eignet sich das Cap Sizun, wo sich Pfade durch Heidekraut, mannshohe Farne und Brombeerhecken winden.

Einen Abstecher wert sind auch die Städte Concarneau und Quimper. Quimper ist die Hauptstadt von Finistère und besitzt eine hübsche Altstadt mit windschiefen Häusern und engen, gepflasterten Gassen. Aber auch ein Ausflug in die umliegenden Dörfer lohnt sich. Auf den umfriedeten Kirchengeländen stellen Heiligenfiguren aus Granit die Passionsgeschichte dar.

Mystik auf der Teufelsbrücke
Ungeklärt ist dagegen der Sinn der Menhire, die es in der ganzen Bretagne zuhauf gibt. Die konischen Steine wurden vor ein paar Tausend Jahren aufgestellt. Das mit elf Metern Höhe stattlichste Exemplar steht bei Plouarzel auf der Côte des Abers.

Wem die Menhire Lust auf Mystik gemacht haben, fährt entlang der Küste bis zum Fluss Aber Wrac'h. Nicht weit vom Ort Lannilis findet er bei Ebbe die älteste, erhaltene Brücke der Bretagne: die «Teufelsbrücke». Der Gehörnte soll sie einem Bauern gebaut und als Tribut die erste Seele gefordert haben, die sie überqueren würde - der Bauer schickte seine Katze. (dpa)