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Gefahr von Krankenheiten: 

Tier-Mitbringsel aus dem Urlaub sind gefährlich

08. Mai 15:05
Auch Tiere mögen Urlaub - und Urlauber
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So süß! Anhängliche Hunde, die plötzlich im Urlaub auftauchen, möchte man manchmal mit nach Hause nehmen. Dabei schleppen sie oft gefährliche Krankheiten ein – manche sogar tödliche.

Große braune Augen, süße Schlappohren und am Strand ein treuer Begleiter. Viele Touristen verlieben sich im Urlaub in einen Vierbeiner und möchten ihn am liebsten mit nach Hause nehmen. Aber Vorsicht: «Die meisten Urlauber, die ein Tier aus dem Ausland mit nach Deutschland bringen wollen, haben sich vorher nicht genug Gedanken gemacht», warnt Inge Brinkmann von der Bundestierärztekammer in Bonn.

Auch Professor Horst Zahner vom Institut für Parasitologie des Fachbereichs Veterinärmedizin der Universität Gießen rät von Tieren als Mitbringsel aus südlichen Regionen ab: «Es gibt ein bestimmtes Risiko für Infektionen, Würmer, Zecken und chronische Krankheiten». Die schlimmste chronische Krankheit, die Hunde oft einschleppen, ist die Leishmaniose. Wärmeliebende Schmetterlingsmücken übertragen die Erreger von Tier zu Tier. «60 bis 80 Prozent der Hunde aus bestimmten südländischen Regionen tragen diese in sich», sagt Zahner. Die Erkrankung kann auf Menschen übertragen werden und tödlich enden.

Braune Hundezecke

Um Leishmaninose auszuschließen, wird meist ein Bluttest gemacht, der die Tiere auf Antikörper untersucht. Jedoch sind diese nur bei erkrankten Tieren erkennbar. Nicht alle Tiere, die den Erreger in sich tragen, entwickeln aber eine Erkrankung und können trotzdem für die Verbreitung sorgen», erklärt Prof. Zahner. Nur ein DNA-Test könne hier diagnostische Sicherheit bringen.

Bestimmte Erkrankungen und Parasiten kommen schon wegen des Klimas im Mittelmeerraum viel häufiger vor. Die braune Hundezecke beispielsweise hat es gerne warm: «Wenn das Tier dann durch befallene Hunde bei uns eingeschleppt wird und in Gebäude gelangt, kann sich die Zecke auch hier halten und extrem lästig werden.» Ebenfalls für den Menschen gefährlich ist die Tollwut. Um diese nicht über importierte Tiere einzuschleppen, gibt es Einreisebestimmungen.

EU-Heimtierausweis benötigt

«Innerhalb der EU sind diese mit wenigen Ausnahmen einheitlich geregelt für Frettchen, Hunde und Katzen», erklärt Inge Brinkmann. Diese müssen bei Einreise mit einer Tätowierung oder einem Chip gekennzeichnet sein und eine gültige Tollwutschutzimpfung haben. «Die Schutzimpfung muss mindestens 30 Tage und höchstens 12 Monate alt sein», erläutert Zollsprecher Thomas Malter von der Bundesfinanzdirektion Südwest in Neustadt. «Je nach Impfstoff kann die Gültigkeit einer Impfung auch länger sein», sagt Brinkmann.

Seit 2004 gelten die neuen «Tiergesundheitsbestimmungen der Europäischen Gemeinschaft»: Tiere, die aus EU-Ländern mitgebracht werden, brauchen zur Impfung und Kennzeichnung noch einen EU-Heimtierausweis. Bei der Einreise aus gelisteten Drittländern ist eine amtliche Veterinärbescheinigung nötig. «Meist findet man vor Ort einen Tierarzt, der diese ausstellt», sagt Thomas Malter.

Für Papageien gelten besondere Regeln

Sind Papiere und Impfungen des Tieres nicht vollständig, müssen Urlauber damit rechnen, dass die Tiere an der ersten Grenze der EU kostenpflichtig vom Amtstierarzt entweder ins Herkunftsland zurückgeschickt oder für mehrere Monate in Quarantäne genommen werden. «Der Zoll übergibt die Tiere beispielsweise am Flughafen an die dortige Veterinärbehörde, die dann über das weitere Vorgehen entscheidet», erklärt Thomas Malter.

Bei der Einreise aus nicht gelisteten Drittländern sind weitere Maßnahmen erforderlich: «30 Tage nach einer Impfung muss zusätzlich eine Blutuntersuchung gemacht werden, um die Antikörper zu bestimmen», erklärt Inge Brinkmann. Außerdem gibt es wegen der Vogelgrippe besondere Vorschriften für die Einfuhr von Papageien, Sittichen und anderen Vögeln.

Tierschützern helfen hilft mehr

Nicht zuletzt ist eine örtliche Verpflanzung auch für das Tier immer mit Stress verbunden und kann zu Verhaltensproblemen führen: «Schließlich leben die Tiere oft im Ausland seit Jahren auf der Straße und sind Bezugspersonen nicht gewöhnt», sagt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt/Main. Zudem überschätzen sich Urlauber gerne. «Oft bringen Menschen Tiere mit, die noch nie Hunde oder Katzenhalter waren.» Wenn der Alltag wieder beginnt, seien sie mit dem Tier überfordert.

«Die Tiere zu importieren, ändert nichts am Verhalten des Herkunftslandes gegenüber seinen Tieren», sagt Behr. Die Tierärzte sind sich einig, dass den Vierbeinern mehr geholfen ist, wenn man Tierschutzorganisationen vor Ort unterstützt oder sich darum kümmert, wo der zugelaufene Vierbeiner im Urlaubsland gut untergebracht wird. (Miriam Braun, dpa)

 
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