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Presseschau: Stromanbieter wechseln hilft

16. Okt 2007 09:41
Strommast
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Deutsche Leitartikler sind angesichts der Monopolstellung der Energieversorger wenig verwundert, dass Strom und Gas wieder einmal teurer werden. Sie empfehlen, Preistreibern den Rücken zu kehren.

«Bild»: Marktmacht voll ausgenutzt

Strom ist zu billig! Mit dieser Aussage im «Bild»-Interview vor gerade mal einem Monat sorgte Eon-Chef Wulf Bernotat für Unverständnis und Wut. Der mächtige Energie-Manager wollte die aufgeheizte Debatte um die Strompreise versachlichen und für Verständnis sorgen. Jetzt lässt der Stromkonzern den Worten Taten folgen und dreht kräftig an der Preisschraube. Strom und Gas werden bis zu zehn Prozent teurer. Den neun Millionen Eon-Kunden erscheint die massive Erhöhung wie eine kaltschnäuzige Preiserhöhung mit Ansage! Dem Vorbild von Deutschlands größtem Energiekonzern werden jetzt viele andere Versorger folgen - die Preise steigen auf breiter Front weiter an. Damit zeigt sich einmal mehr: Die großen Konzerne nutzen ihre Marktmacht voll aus. Eine echten Wettbewerb im Strommarkt gibt es nicht. Die Leidtragenden sind wieder mal die Verbraucher.

«Nordbayerischer Kurier»: Preistreibern Schnippchen schlagen

Wir Verbraucher schauen in die Röhre, wünschen uns einen aggressiven Preisbrecher, der die Branche aufmischt. Doch gegen die satte Marktmacht der wenigen Großen kommt keiner an. Als Ausweg bleibt nur der sparsamere Umgang mit Energie. Fernseher öfter aus, die Heizung zurückdrehen, Fotovoltaik aufs Dach. Es gibt immer noch Möglichkeiten, den Preistreibern ein Schnippchen zu schlagen.

«Express»: Die Schmerzgrenze ist überschritten

Die Energieriesen langen mal wieder kräftig hin: Bis zu zehn Prozent mehr will Eon künftig für Strom und Gas haben. Eine Unverschämtheit. Der Konzern setzt darauf, dass wir Verbraucher die Abzocke hinnehmen. Dass nach dem ersten Schock schnell wieder Gras über die Sache wächst. Dass wir auch weiterhin Kunden bleiben und die überhöhten Rechnungen zähneknirschend bezahlen. Wenn sich die Stromkonzerne mit den drastischen Preiserhöhungen einen miesen Ruf einhandeln, ist ihnen das weitgehend egal. Da haben sie nicht viel zu verlieren. Das einzige, was die Energieriesen schert, ist wirtschaftlicher Druck. Wenn Kunden in Scharen weglaufen und zu günstigeren Anbietern wechseln. Bisher scheuten viele Verbraucher vor einem solchen Schritt zurück. Das könnte sich jetzt ändern: Die Schmerzgrenze ist überschritten.

«General-Anzeiger»: Wechseln, jetzt!

Aufgabe der Konzernchefs ist es nicht, für einen sozial ausgewogenen Strom- oder Gaspreis zu sorgen. Die Manager dienen dem Unternehmen - und das mit Erfolg. Der Eon-Chef zum Beispiel konnte seine Aktionäre zum Halbjahr mit einer Gewinnsteigerung von 25 Prozent überraschen. Dem Verbraucher bleibt am Ende nichts anderes übrig, als den einzigen Trumpf zu spielen, den er hat: seine Macht als Kunde. Immer mehr Menschen wechseln ihren Versorger - auch wenn der Gewinn noch nicht groß ist. Sie tun dennoch das Richtige. Nur so kann Wettbewerb entstehen. Statt sich also über die Stromrechnung zu ärgern: Wechseln, jetzt! (nz/dpa)

 
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