netzeitung.dePresseschau: Der Krieg hat Deutschland erreicht

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Die verhafteten Terrorverdächtigen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die verhafteten Terrorverdächtigen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach dem Schlag gegen den Terror zollen deutsche Leitartikler den Sicherheitsbehörden Respekt für ihren Fahndungserfolg. Sie denken dennoch über neue Möglichkeiten der Gefahrenabwehr nach. .zwischentitel { font: bold 11px verdana, arial, helvetica, sans-serif; display: block; padding: 1px 3px 1px 3px; } «Der Tagespiegel»: Kein scharfmacherischer Aktivismus Der Krieg ist da, er hat sich, mit den glücklicherweise durchkreuzten Aktionen, an unseren Alltag herangerobbt. Die Warnungen vor einer erhöhten Terrorgefahr, die seit dem vergangenen Herbst mehrfach lanciert wurden, waren kein scharfmacherischer Aktivismus. Es ist auch nur ein kleiner Trost, dass die Gruppe und ihre Aktionen von den Behörden seit geraumer Zeit beobachtet wurden und nun zerschlagen werden konnten. Denn der Vorgang belegt drastisch, wie nahe uns der Terrorismus gerückt ist. «Frankfurter Allgemeine Zeitung»: Bomben werden größer (...) An einem solchen Tag muss an erster Stelle das Lob aller Personen und Dienste stehen, die mit monatelanger Arbeit zur Verhinderung dieser Taten beigetragen haben. Es ist gut zu wissen, dass der Staat auch im Kampf mit dem transnationalen Terrorismus Leib und Leben seiner Bürger und Gäste zu schützen weiß. Beunruhigen aber muss, dass dieser Hydra ständig neue Köpfe und Tentakeln wachsen, längst auch schon in unseren Dörfern und Städten. (...) Auch wenn solche Erinnerungen gerne verdrängt werden: Das war nicht der erste Attentatsversuch. Die Bomben werden größer und ihre Leger offenbar professioneller. Das ist die Realität, der man sich auch hierzulande stellen muss. (...) «Bild»: Bedrohungslage bleibt ernst Es ist ein Schock, der in Deutschland wohl lange nachwirken wird: Im letzten Moment konnte ein Terroranschlag auf deutschem Boden verhindert werden. Allein der am Flughafen Frankfurt/Main geplante Massenmord wäre eine Katastrophe gewesen. Die Pläne zeugen von der Verkommenheit und Brutalität der fanatischen Täter. Wie wurde Innenminister Schäuble in den letzten Monaten zugesetzt? Wie wurde er für seine Warnungen vor einer Zuspitzung der Lage beschimpft? Verlacht und düsterster Absichten gegen den Rechtsstaat bezichtigt? Es sind viele, die jetzt Grund hätten, sich bei Wolfgang Schäuble und seinen Mitarbeitern zu entschuldigen. Die Bedrohungslage bleibt weiter ernst. Wir müssen wachsam sein. Doch zwischen all den schrecklichen Nachrichten bleibt auch eine Erkenntnis, die beruhigt: In Deutschland wird alles Menschenmögliche für die Sicherheit der Bürger getan. «Sächsische Zeitung»: Sicherheitsdebatte richtig Der Fahndungserfolg ist keineswegs ein Beleg dafür, dass die bisherigen Sicherheitsregelungen in Deutschland ausreichen. Das Gegenteil ist der Fall: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble kann sich mit seinen Warnungen vor Terroranschlägen bestätigt sehen. Deshalb ist es auch richtig, dass die Debatte über neue Instrumente im Kampf gegen den Terrorismus jetzt an Fahrt gewinnt. Denn im Zeitalter des Internet kann man nicht so tun, als wenn Online- Durchsuchungen von privaten Computern ein Tabu bleiben dürfen. Wolfgang Schäuble liegt richtig mit dem Hinweis, dass die Täter ihre Absprachen wohl kaum mithilfe von Brieftauben treffen. «Münchner Merkur»: Neue Dimension Der Fanatismus hat eine neue Dimension erreicht. Mit Abschiebungen, Razzien und Online-Durchsuchungen ist dem Phänomen nur schwer beizukommen. Die jetzt festgenommenen Bombenbauer haben selbst dann nicht von ihrem Vorhaben abgelassen, als sie annehmen mussten, dass ihnen die Polizei längst auf den Fersen ist. Anders als bei den Kofferbombern von Köln war es diesmal nicht nur eine große Portion Glück, die Schlimmeres verhindert hat. Es ist vielmehr der Professionalität und Umsicht der deutschen Sicherheitsbehörden zu verdanken, dass die Terrorzelle ihre todbringenden Pläne nicht hat ausführen können. «Tageszeitung»: Mit Integration nur bedingt etwas zu tun Dass es sich bei zweien der Bombenbastler um deutsche Konvertiten handelt, führt vor Augen, dass der islamistische Terror mit der Integration der Einwanderer nur bedingt etwas zu tun hat. Die ständige Vermischung beider Themen hilft in der deutschen Debatte deshalb nicht weiter. Denn der Dschihadismus ist keine Folklore, die Einwanderer aus Anatolien oder dem Atlasgebirge mitgebracht haben. Wer sich dem internationalen Dschihad anschließt, tut dies nicht, weil er nicht gut genug Deutsch spricht oder keine Lehrstelle findet. (nz/dpa)

«Der Tagespiegel»: Kein scharfmacherischer Aktivismus
Der Krieg ist da, er hat sich, mit den glücklicherweise durchkreuzten Aktionen, an unseren Alltag herangerobbt. Die Warnungen vor einer erhöhten Terrorgefahr, die seit dem vergangenen Herbst mehrfach lanciert wurden, waren kein scharfmacherischer Aktivismus. Es ist auch nur ein kleiner Trost, dass die Gruppe und ihre Aktionen von den Behörden seit geraumer Zeit beobachtet wurden und nun zerschlagen werden konnten. Denn der Vorgang belegt drastisch, wie nahe uns der Terrorismus gerückt ist.
«Frankfurter Allgemeine Zeitung»: Bomben werden größer
(...) An einem solchen Tag muss an erster Stelle das Lob aller Personen und Dienste stehen, die mit monatelanger Arbeit zur Verhinderung dieser Taten beigetragen haben. Es ist gut zu wissen, dass der Staat auch im Kampf mit dem transnationalen Terrorismus Leib und Leben seiner Bürger und Gäste zu schützen weiß.

Beunruhigen aber muss, dass dieser Hydra ständig neue Köpfe und Tentakeln wachsen, längst auch schon in unseren Dörfern und Städten. (...) Auch wenn solche Erinnerungen gerne verdrängt werden: Das war nicht der erste Attentatsversuch. Die Bomben werden größer und ihre Leger offenbar professioneller. Das ist die Realität, der man sich auch hierzulande stellen muss. (...)
«Bild»: Bedrohungslage bleibt ernst
Es ist ein Schock, der in Deutschland wohl lange nachwirken wird: Im letzten Moment konnte ein Terroranschlag auf deutschem Boden verhindert werden. Allein der am Flughafen Frankfurt/Main geplante Massenmord wäre eine Katastrophe gewesen. Die Pläne zeugen von der Verkommenheit und Brutalität der fanatischen Täter. Wie wurde Innenminister Schäuble in den letzten Monaten zugesetzt? Wie wurde er für seine Warnungen vor einer Zuspitzung der Lage beschimpft? Verlacht und düsterster Absichten gegen den Rechtsstaat bezichtigt? Es sind viele, die jetzt Grund hätten, sich bei Wolfgang Schäuble und seinen Mitarbeitern zu entschuldigen. Die Bedrohungslage bleibt weiter ernst. Wir müssen wachsam sein. Doch zwischen all den schrecklichen Nachrichten bleibt auch eine Erkenntnis, die beruhigt: In Deutschland wird alles Menschenmögliche für die Sicherheit der Bürger getan.
«Sächsische Zeitung»: Sicherheitsdebatte richtig
Der Fahndungserfolg ist keineswegs ein Beleg dafür, dass die bisherigen Sicherheitsregelungen in Deutschland ausreichen. Das Gegenteil ist der Fall: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble kann sich mit seinen Warnungen vor Terroranschlägen bestätigt sehen. Deshalb ist es auch richtig, dass die Debatte über neue Instrumente im Kampf gegen den Terrorismus jetzt an Fahrt gewinnt. Denn im Zeitalter des Internet kann man nicht so tun, als wenn Online- Durchsuchungen von privaten Computern ein Tabu bleiben dürfen. Wolfgang Schäuble liegt richtig mit dem Hinweis, dass die Täter ihre Absprachen wohl kaum mithilfe von Brieftauben treffen.
«Münchner Merkur»: Neue Dimension
Der Fanatismus hat eine neue Dimension erreicht. Mit Abschiebungen, Razzien und Online-Durchsuchungen ist dem Phänomen nur schwer beizukommen. Die jetzt festgenommenen Bombenbauer haben selbst dann nicht von ihrem Vorhaben abgelassen, als sie annehmen mussten, dass ihnen die Polizei längst auf den Fersen ist. Anders als bei den Kofferbombern von Köln war es diesmal nicht nur eine große Portion Glück, die Schlimmeres verhindert hat. Es ist vielmehr der Professionalität und Umsicht der deutschen Sicherheitsbehörden zu verdanken, dass die Terrorzelle ihre todbringenden Pläne nicht hat ausführen können.
«Tageszeitung»: Mit Integration nur bedingt etwas zu tun
Dass es sich bei zweien der Bombenbastler um deutsche Konvertiten handelt, führt vor Augen, dass der islamistische Terror mit der Integration der Einwanderer nur bedingt etwas zu tun hat. Die ständige Vermischung beider Themen hilft in der deutschen Debatte deshalb nicht weiter. Denn der Dschihadismus ist keine Folklore, die Einwanderer aus Anatolien oder dem Atlasgebirge mitgebracht haben. Wer sich dem internationalen Dschihad anschließt, tut dies nicht, weil er nicht gut genug Deutsch spricht oder keine Lehrstelle findet. (nz/dpa)