netzeitung.dePresseschau: Ulrich Mühe war einzigartig

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'Sein Spiel war von ungeheurer Klarheit und Eleganz' (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 'Sein Spiel war von ungeheurer Klarheit und Eleganz'
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Kollegen und Bewunderer würdigen die Arbeit des überraschend gestorbenen Schauspielers Ulrich Mühe. Vor allem sein Auftritt in «Das Leben der Anderen» wird allen in Erinnerung bleiben.

Martina Gedeck hat mit Bestürzung auf den Tod ihres Kollegen Ulrich Mühe reagiert. «Ich habe wahnsinnig gern mit ihm gespielt, sein Spiel war von ungeheurer Klarheit und Eleganz, es war einzigartig», sagte Gedeck nach Angaben ihre Agentin am Mittwoch der Hörfunkagentur dpa/Rufa in Berlin. «Und er war ein wunderbarer Partner. Ich vermisse ihn sehr. Sein Tod ist ein schwerer Verlust für uns alle.» Gedeck spielte neben Mühe eine der Hauptrollen in dem Oscar-prämierten Stasi-Drama «Das Leben der Anderen».

Auch der Schauspieler Charly Hübner hat erschüttert auf den Tod von Ulrich Mühe reagiert. Der in Neustrelitz geborene Hübner, der an der Seite von Mühe in «Das Leben der Anderen» den Oberfeldwebel Udo Leye spielte, sagte dem Radiosender Antenne Mecklenburg-Vorpommern: «Er war einer der größten deutschen Schauspieler der Nachkriegs- und Nachwendezeit, der für meine Begriffe viele Impulse für die deutsche Schauspielkunst gesetzt hat.» Für ihn sei es der Verlust eines großen Schauspielers, eines Kollegen und eines guten Bekannten. «Als Mensch habe ich ihn als unheimlich heiteren, gelassenen Menschen und als Spaßvogel erlebt», sagte Hübner dem Sender. In seinen Rollen habe er Mühe immer bewundert.

«Ich bin traurig. Ich habe Ulrich Mühe sehr geliebt und verehrt - als Künstler und als Mensch. Er war ein großartiger Mann», lässt sich der Schauspieler Herbert Knaup zitieren, der ebenfalls mit Mühe in «Das Leben der Anderen» gespielt hat.

«Ulrich Mühe wird vor allem für Cineasten und Freunde des Theaters unvergessen bleiben», würdigt Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) den Schauspieler.

Ebenso Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gab seiner Betroffenheit Ausdruck. «Wir verlieren einen großen Schauspieler, er war ein Könner, der vor allem durch seine Vielseitigkeit immer wieder überraschte», teilte Wowereit am Mittwoch mit. Mühe habe viele bedeutende Theaterrollen in Berlin gestaltet. Doch es gebe auch den Mühe des Fernsehens und des großen Kinos in «Das Leben der Anderen». Das Stasi-Thema habe den Mit-Initiator der Demonstrationen in Berlin vom November 1989 auch sehr persönlich tief berührt. «Die Kulturstadt Berlin trauert um einen großen Künstler», fügte er hinzu.

Mühe habe durch seine eindrucksvolle Darstellung des Stasi- Hauptmanns Gerd Wiesler im Oscar-prämierten Film «Das Leben der Anderen» ein Millionenpublikum für die Machenschaften der Stasi und deren Nachwirkungen sensibilisiert, hob die Stiftung für die Aufarbeitung der SED-Diktatur am Mittwoch in Berlin hervor. Mühe habe sich auch durch Engagement bei der Stiftung um die Aufarbeitung der SED-Diktatur verdient gemacht.

Der Bayerische Rundfunk (BR) würdigte Mühe als «einzigartigen Schauspieler». Mit seiner Darstellung des Stasi-Mannes in «Das Leben der Anderen» habe er seine optimale darstellerische Fähigkeit geboten, die diesem Film ganz wesentlich zur Oscar-Prämierung verholfen habe, sagte Gerhard Fuchs, BR-Fernsehdirektor und Präsident der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Mühe sei ein Schauspieler gewesen, «der sich mit seinen Rollen vollkommen identifizieren konnte und auch seine persönliche Lebenserfahrung auf eine Weise durchscheinen ließ, die sein Publikum absolut vereinnahmt hat». Sein Tod bedeute einen großen Verlust für die deutsche Film- und Fernsehlandschaft, sagte Fuchs.

«Mit hintergründigem, fast melancholischem Humor und warmherziger Philosophie hat Ulrich Mühe in dieser Figur Millionen Menschen fasziniert», beschreibt ZDF-Intendant Markus Schächter Mühes Rolle als Gerichtsmediziner Dr. Kolmaar in der ZDF-Krimiserie «Der letzte Zeuge».

«Für die einen war er ein Star uns bleibt er als Künstlerkollege und engagiertes Akademiemitglied in Erinnerung», hob Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste am Mittwoch in Berlin hervor. «Film- und Fernsehrollen machten ihn populär, brachten internationale Anerkennung, aber ließen auch den Verlust spüren, dass sich Mühe vom Theater mehr und mehr zurückgezogen hatte», sagte Staeck weiter. Mühe («Das Leben der Anderen»), schon zu DDR-Zeiten Film- und Bühnenstar, war am Sonntag im Alter von 54 Jahren an Krebs gestorben.

Staeck erinnerte auch an Mühes Rede auf dem Alexanderplatz am 4. November 1989. Dort erklärte der Schauspieler vor einer halben Million Demonstranten seine Absage an den Führungsanspruch der SED, wie Staeck in einer Mitteilung hervorhob. (dpa/AP)