29.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
In vielen arabischen Ländern kam es zu Protesten gegen Israel
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Frieden mit der Hamas sei nicht machbar, stellen manche Kommentatoren fest: Ein Waffenstillstand sei stets nur eine kurze Ruhephase. Andere hoffen auf den künftigen Präsidenten der USA. Israel befinde sich mit seinen Angriffen im Gaza-Streifen auf einem unheilvollen Weg, meint die niederländische Zeitung «de Volkskrant» am Montag: «Jetzt, wo Israel auch noch 6500 Reservisten mobilisiert, müssen Amerikaner und Europäer die Regierung von Ehud Olmert mit Macht darauf hinweisen, dass sie sich auf einem unheilvollen Weg befindet. Während das Ausmaß der Gewaltanwendung durch Israel moralisch verwerflich ist, können auch noch mehr Luftangriffe die politische Wirklichkeit nicht verändern. Die Hamas kann verwundet, aber nicht beseitigt werden. Durch die demografischen Gegebenheiten und den Mangel an Entfaltungsmöglichkeiten für junge Menschen im Gazastreifen verfügt die Bewegung über ein enormes Reservoir an «Märtyrern». Solange das der Fall ist, muss die Welt, einschließlich Israel, versuchen, mit der Hamas auf diplomatischem Wege eine sichere Waffenruhe zu erreichen.» (dpa) Der «Münchner Merkur» bemerkt zu Israel: Der jüngste Waffengang im Gaza-Streifen hat viel damit zu tun, dass in Israel Wahlen anstehen und dass keine Partei einfach zusehen kann, wie die Todfeinde der kleinen Demokratie tagtäglich mit dem Leben israelischer Bürger spielen. Das Tandem Olmert/Livni ist gefangen in einem tragischen Dilemma: Es kann die Extremisten nicht gewähren lassen, will es die Wähler nicht in Scharen dem unversöhnlich auftretenden Likud-Chef Netanjahu in die Arme treiben. Krieg gegen die Hamas zu führen heißt aber gleichzeitig, abgefeimten Psychologen in die Falle zu gehen, die zynisch mit der suggestiven Kraft kalkulieren, die von Bildern zerbombter Häuser und toter Zivilisten ausgeht. Nicht umsonst verstecken sich Hamas-Kämpfer gern in unmittelbarer Nachbarschaft unschuldiger Frauen und Kinder. (dpa) Die französische Tageszeitung «Le Figaro» meint zur Lage in Gaza: «Eine Lösung hängt vor allem von Barack Obama ab, das kann niemand bestreiten. Neben der Finanzkrise, Afghanistan und Irak wird der Nahe Osten zu einer der Prioritäten des neuen US-Präsidenten. Da der Konflikt zwischen Israel und der Hamas auf Dauer angelegt ist, muss er so schnell wie möglich Vorschläge machen, die für beide Seiten akzeptabel sind. Die Forderung Israels, die Obama während seines Wahlkampfs unterstützt hat, lautet, garantierte Sicherheit. Es wird schwieriger werden, im gegnerischen Lager für Vertrauen zu werben, da es zahlreiche Akteure gibt - nicht nur auf palästinensischer Seite, die sich an seinem Amtsvorgänger George W. Bush rächen wollen.» (dpa) Der Mailänder «Corriere della Sera» analysiert: «Das Angebot Ariel Scharons an die Palästinenser (...) hatte darin bestanden, dass die einzelnen Fraktionen der palästinensischen Bewegung vereinigt unter der Führung von Fatah den bewaffneten Kampf hätten aufgeben können, um gemeinsam mit Israel an dem von den USA und Europa gewollten Friedensprozess teilzunehmen. (...) Die Krise der letzten Tage bestätigt (...) aufs Neue, dass die internen Spannungen der palästinensischen Bewegung (...) gewonnen und den Konflikt wieder entzündet haben. (...) Dabei spielt jedoch ein steinerner Gast, der jede Möglichkeit eines Friedens blockiert, eine entscheidende Rolle: Und das ist der Iran, (...) der Iran, der Hamas unterstützt und mit seinem atomaren Rüstungswettlauf nicht nur Israel und den Westen, sondern auch fast die ganze arabische Welt beunruhigt.» (dpa) «Financial Times Deutschland» schreibt: Aus Sicht der Israelis kann eine Aktion nur dann sinnvoll sein, wenn es gelingt, das militärische Potenzial der Hamas zu verringern und die Palästinenser im Gazastreifen in einen neuen Waffenstillstand zu zwingen. Das ist ein legitimes Ziel, auch wenn das Risiko groß ist, dass der Konflikt außer Kontrolle gerät. Es ist richtig darauf zu achten, ob Israel seine Mittel den Verhältnissen gemäß einsetzt. Doch geht es auch darum, dem Land aus seiner bedrängten Lage heraus zu helfen. Frieden im eigentlichen Sinne ist, so bitter dies klingen mag, mit der Hamas auf absehbare Zeit keine realistische Option. Solange die palästinensischen Extremisten ihre Daseinsberechtigung vor allem darauf aufbauen, Todfeinde Israels zu sein, ist jeder Waffenstillstand nur die Ruhephase vor einer neuen Welle der Gewalt. (dpa)
Israel befinde sich mit seinen Angriffen im Gaza-Streifen auf einem unheilvollen Weg, meint die niederländische Zeitung «de Volkskrant» am Montag:«Jetzt, wo Israel auch noch 6500 Reservisten mobilisiert, müssen Amerikaner und Europäer die Regierung von Ehud Olmert mit Macht darauf hinweisen, dass sie sich auf einem unheilvollen Weg befindet. Während das Ausmaß der Gewaltanwendung durch Israel moralisch verwerflich ist, können auch noch mehr Luftangriffe die politische Wirklichkeit nicht verändern. Die Hamas kann verwundet, aber nicht beseitigt werden. Durch die demografischen Gegebenheiten und den Mangel an Entfaltungsmöglichkeiten für junge Menschen im Gazastreifen verfügt die Bewegung über ein enormes Reservoir an «Märtyrern». Solange das der Fall ist, muss die Welt, einschließlich Israel, versuchen, mit der Hamas auf diplomatischem Wege eine sichere Waffenruhe zu erreichen.» (dpa)
Der «Münchner Merkur» bemerkt zu Israel:Der jüngste Waffengang im Gaza-Streifen hat viel damit zu tun, dass in Israel Wahlen anstehen und dass keine Partei einfach zusehen kann, wie die Todfeinde der kleinen Demokratie tagtäglich mit dem Leben israelischer Bürger spielen. Das Tandem Olmert/Livni ist gefangen in einem tragischen Dilemma: Es kann die Extremisten nicht gewähren lassen, will es die Wähler nicht in Scharen dem unversöhnlich auftretenden Likud-Chef Netanjahu in die Arme treiben. Krieg gegen die Hamas zu führen heißt aber gleichzeitig, abgefeimten Psychologen in die Falle zu gehen, die zynisch mit der suggestiven Kraft kalkulieren, die von Bildern zerbombter Häuser und toter Zivilisten ausgeht. Nicht umsonst verstecken sich Hamas-Kämpfer gern in unmittelbarer Nachbarschaft unschuldiger Frauen und Kinder. (dpa)
Die französische Tageszeitung «Le Figaro» meint zur Lage in Gaza:«Eine Lösung hängt vor allem von Barack Obama ab, das kann niemand bestreiten. Neben der Finanzkrise, Afghanistan und Irak wird der Nahe Osten zu einer der Prioritäten des neuen US-Präsidenten. Da der Konflikt zwischen Israel und der Hamas auf Dauer angelegt ist, muss er so schnell wie möglich Vorschläge machen, die für beide Seiten akzeptabel sind. Die Forderung Israels, die Obama während seines Wahlkampfs unterstützt hat, lautet, garantierte Sicherheit. Es wird schwieriger werden, im gegnerischen Lager für Vertrauen zu werben, da es zahlreiche Akteure gibt nicht nur auf palästinensischer Seite, die sich an seinem Amtsvorgänger George W. Bush rächen wollen.» (dpa)
Der Mailänder «Corriere della Sera» analysiert:«Das Angebot Ariel Scharons an die Palästinenser (...) hatte darin bestanden, dass die einzelnen Fraktionen der palästinensischen Bewegung vereinigt unter der Führung von Fatah den bewaffneten Kampf hätten aufgeben können, um gemeinsam mit Israel an dem von den USA und Europa gewollten Friedensprozess teilzunehmen. (...) Die Krise der letzten Tage bestätigt (...) aufs Neue, dass die internen Spannungen der palästinensischen Bewegung (...) gewonnen und den Konflikt wieder entzündet haben. (...) Dabei spielt jedoch ein steinerner Gast, der jede Möglichkeit eines Friedens blockiert, eine entscheidende Rolle: Und das ist der Iran, (...) der Iran, der Hamas unterstützt und mit seinem atomaren Rüstungswettlauf nicht nur Israel und den Westen, sondern auch fast die ganze arabische Welt beunruhigt.» (dpa)
«Financial Times Deutschland» schreibt:Aus Sicht der Israelis kann eine Aktion nur dann sinnvoll sein, wenn es gelingt, das militärische Potenzial der Hamas zu verringern und die Palästinenser im Gazastreifen in einen neuen Waffenstillstand zu zwingen. Das ist ein legitimes Ziel, auch wenn das Risiko groß ist, dass der Konflikt außer Kontrolle gerät. Es ist richtig darauf zu achten, ob Israel seine Mittel den Verhältnissen gemäß einsetzt. Doch geht es auch darum, dem Land aus seiner bedrängten Lage heraus zu helfen. Frieden im eigentlichen Sinne ist, so bitter dies klingen mag, mit der Hamas auf absehbare Zeit keine realistische Option. Solange die palästinensischen Extremisten ihre Daseinsberechtigung vor allem darauf aufbauen, Todfeinde Israels zu sein, ist jeder Waffenstillstand nur die Ruhephase vor einer neuen Welle der Gewalt. (dpa)