Terrorwarnung des Bundesanwalts: 

netzeitung.deDeutscher Islamist ruft zum Dschihad auf

 Herausgeber: netzeitung.de

Terrorwarnung des Bundesanwalts 

Lupe Deutscher Islamist ruft zum Dschihad auf

Zwar lasse sich aus der im Internet veröffentlichten Video-Botschaft keine unmittelbare Bedrohung ableiten. Experten des BKA stufen den jüngsten, in deutscher Sprache erfolgten Aufruf aber als «beunruhigend» ein.

Der aus dem Saarland stammende Islamist Eric B. hat in einer Video-Botschaft im Internet zum Heiligen Krieg aufgerufen. Es sei davon auszugehen, dass es sich bei der am Montag entdeckten Aufzeichnung um einen Aufruf zur Teilnahme am Dschihad handele, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Dienstag. Die Aufzeichnung werde derzeit von Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) in Berlin ausgewertet.

Das BKA hatte zuletzt vor fast zwei Wochen vor terroristischen Aktivitäten des 20-Jährigen gewarnt. Er soll zusammen mit dem 23-jährigen Houssain al-M. im vergangenen Jahr über Ägypten und den Iran nach Pakistan gereist sein und sich derzeit im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan aufhalten.

Konkrete Hinweise auf geplante Anschläge in Deutschland gebe es derzeit jedoch nicht, sagte ein BKA-Sprecher. Nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) ruft der 20-Jährige aus Neunkirchen auf einer radikal-islamischen Internetseite in deutscher Sprache zur aktiven Teilnahme am Dschihad auf. Er bitte um Unterstützung des Kampfes durch Teilnahme oder Geldspenden. Deutsche Ermittler hielten das Video für «beunruhigend», berichtete der Sender.

Familie von Psychologen betreut
Die «Bild»-Zeitung berichtete in einer Vorabmeldung, B. erkläre auf dem Abschiedsvideo seine Bereitschaft, sich für seinen neuen Glauben in die Luft zu sprengen. Die Familie des 20-Jährigen in Neunkirchen werde derzeit von Psychologen betreut.

«Focus Online» hatte Anfang April berichtet, den deutschen Behörden bereite vor allem Sorgen, dass B. fließend Deutsch spreche und dadurch schneller Vertrauen bei Deutschen erwecken könne. Sein Ziel könnten vor allem deutsche Uniformierte sein, also Soldaten oder Polizisten an Standorten der Bundeswehr in Kundus, Masar-i-Scharif und Kabul. Aber auch zivile deutsche Einrichtungen würden als gefährdet eingestuft. Eric B. und Houssain al-M. sollen enge Verbindungen zur sogenannten Sauerland-Gruppe gehabt haben. Deren Terrorpläne waren im September vergangenen Jahres mit drei Festnahmen vereitelt worden. (AP)