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Umstrittenes Reformvorhaben: 

Gesundheitsfonds entzweit Unionspolitiker

29. Apr 2008 12:44
Für rasche Umsetzung des Fonds: Unions-Fraktionschef Kauder
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Unions-Fraktionschef Kauder drängt auf eine rasche Umsetzung des Fonds, doch CSU-Chef Huber hält an seiner Drohung fest, das Vorhaben notfalls im Bundesrat zu blockieren. Er fürchtet, dass Bayern finanziell ungerecht behandelt würde.

In der Union sind Differenzen bei der weiteren Umsetzung der Gesundheitsreform offen zutage getreten. Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber sagte am Dienstag nach dem Koalitionstreffen vom Vorabend, vorliegende Konzepte entsprächen nicht den Anforderungen. Er hielt an seiner Drohung fest, ausstehende Details im Zusammenhang mit dem 2009 geplanten Gesundheitsfonds im Bundesrat zu blockieren. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte nach dem Treffen indes: «Wir setzen jetzt den Gesundheitsfonds um, sodass er zum Januar 2009 kommen kann. Wir haben noch über ein paar Verfahrensfragen gesprochen, aber keine inhaltlichen Probleme mehr.»

Huber forderte erneut, dass die bayerischen Kassen nicht mit mehr als 100 Millionen Euro im Jahr belastet werden. Diese Zusage müsse umgesetzt werden. Er verlangte zudem neue Berechnungen für den stärkeren Risikoausgleich finanzstarker und finanzschwacher Krankenkassen. Hierbei geht es darum, welche Krankheitskosten zwischen den Kassen wie ausgeglichen werden sollen. Im Mai sollen neue Zahlen vorliegen. Der CSU-Chef warf Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) vor, sie sei bisher «nicht in der Lage» gewesen, ihre Hausaufgaben zu machen.

Finanzausgleich weiterhin strittig

Hintergrund der Forderungen ist die für 2009 vorgesehene Umverteilung von Millionen Euro durch den Fonds und einen erweiterten Finanzausgleich. Die Regierungen Bayerns und Baden-Württembergs fürchten einen Abfluss von viel Geld aus ihren Ländern. Die gesetzlichen Kassen mit weniger Kranken sollen künftig mehr Geld an ärmere Kassen zahlen. Die wohlhabenderen Länder, die auch weniger Krankheitsfälle haben, fordern deshalb, an einer Begrenzung des Abflusses jährlich unbedingt festzuhalten. Dies hatte bereits der frühere CSU-Chef Edmund Stoiber durchgesetzt. Gutachter stellten allerdings erhebliche Umsetzungsschwierigkeiten der Klausel fest, worauf die Länder bis Ende April neue Vorschläge machten wollten.

So dringt Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) auf eine Änderung zugunsten der ambulanten Versorgung im Südwesten. Dazu will Oettinger am Dienstag einen neuen Vorschlag vorlegen. Er will verhindern, dass die vergleichsweise teure Versorgung in Baden-Württemberg durch die ebenfalls für Anfang 2009 geplante bundesweite Vereinheitlichung ärztlicher Honorare Schaden nimmt. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung hat Oettinger jüngst bei einem Kamingespräch der Unions-Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgeschlagen, die Einführung einheitlicher Honorare mit einer achtjährigen Übergangszeit zu versehen.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, kritisierte den geplanten Fonds scharf. «Dort, wo es um die Festlegung der Finanzausstattung der Gesetzlichen Krankenversicherung geht, stapfen wir in die Planwirtschaft.» (nz/dpa)

 
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