Debatte um Manager-Gehälter: 

netzeitung.deFDP und CSU geißeln «Neidreflex» der SPD

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Dirk Niebel (FDP) sieht die Marktwirtschaft in Gefahr (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Dirk Niebel (FDP) sieht die Marktwirtschaft in Gefahr
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Die Wiederkehr der DDR befürchtet ein Christsozialer, falls die Sozialdemokraten ihr Konzept zur veränderten Besteuerung von hohen Manager-Gehältern durchsetzen. Auch die Liberalen stellen die Systemfrage.

Die FDP lehnt die Pläne der SPD zur Besteuerung von hohen Managergehältern ab. Der Vorschlag, dass Unternehmen Gehälter ab einer Million Euro zur Hälfte versteuern müssen, beruhe auf einem «anti-marktwirtschaftlichen Prinzip», sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel am Montag im ARD-«Morgenmagazin». Bei der Anerkennung von Betriebsausgaben dürften keine Unterschiede zwischen guten und schlechten Kosten gemacht werden. Über die Bezüge der Führungskräfte sollten die Eigentümer der Unternehmen entscheiden, betonte Niebel. Die SPD will am Montag in Berlin ihr Konzept vorstellen, wie übertrieben hohe Managergehälter künftig eingedämmt werden können.

Demnach sollen die Millionengehälter von Managern mit einem neuen Steuermodell begrenzt werden. Konzerne sollen die Vergütungen ihrer Spitzenkräfte nicht mehr wie bisher voll als Betriebsausgaben absetzen können. Gehälter und Abfindungen sollen nur noch bis zur Höhe von einer Million Euro komplett beim Finanzamt geltend gemacht werden dürfen – höhere Summen dann nur noch zur Hälfte.

«Das wird es mit uns nie geben», sagte CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer der «Berliner Zeitung». Er bezeichnete den SPD-Vorschlag als typischen Neidreflex. Ramsauer sagte, über die Bezahlung von Angestellten befänden immer noch die Eigentümer von Unternehmen. Wenn der Staat anfange, in die Gewinn- und Verlustrechnung von Unternehmen hineinzurechnen und in moralisch gute und schlechte Aufwendungen einzuteilen, höre der Spaß auf. «Das ist eine Rückkehr in das Denken von Staatsunternehmen, da feiert die DDR fröhliche Urständ.» Gleichzeitig appellierte der CSU- Politiker an Unternehmen, bei der Festsetzung von Bezügen Maß zu halten. «Wer diese Exzesse im Topmanagement und im Sport betreibt, der spaltet die Gesellschaft.»

DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel sagte den Dortmunder «Ruhr Nachrichten» vom Montag: «Es ist gut, wenn die SPD Vorschläge macht, wie Vorstandsgehälter wieder in die Balance kommen.» Ein Unternehmen sei nicht dazu da, Manager oder Aktionäre reich zu machen. «In den Aufsichtsräten muss wieder über Dienen und Bescheidenheit und den tatsächlichen Zweck eines Unternehmens gesprochen werden.» (dpa)