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Afghanischer Minister fürchtet um sein Leben

24. Apr 2008 20:20
Der afghanische Minister Farhang fühlt sich nicht mehr sicher
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Erstmals hat sich der vom BND bespitzelte afghanische Handels- und Industrieminister zu Wort gemeldet. In einem Zeitungsinterview äußerte er seine Enttäuschung und seine Angst, erschossen zu werden.

Mit Empörung und Entsetzen hat der afghanische Handels- und Industrieminister Amin Farhang auf die gegen ihn gerichteten Abhörmaßnahmen des Bundesnachrichtendienstes (BND) reagiert. Er wies zudem aufs Schärfste den unterschwelligen Vorwurf zurück, er kooperiere mit den radikalislamischen Taliban.

«Durch diese absurde Lüge, ich sei eine Art Doppelagent, ist mein Leben und das meiner Familie in größter Gefahr», sagte Farhang der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Dieser Rufmord und die Abhörmaßnahmen seien «ein beispielloser Skandal». «Ich kann morgen auf der Straße erschossen werden», sagte der enge Vertraute des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai.

Er habe erfahren, dass der BND seinen Computer im Büro manipuliert habe, und gehe davon aus, dass nicht nur einer seiner Computer für wenige Monate überwacht wurde, wie der BND behauptet. «Ich habe das Vertrauen verloren und nehme an, dass deutsche Agenten alle meine Telefone und E-Mails noch immer überwachen.» Besonders enttäuscht zeigte sich Farhang darüber, dass sich weder der BND noch die Bundesregierung bei ihm entschuldigt hätten, obwohl der Skandal bereits seit Februar 2008 im BND bekannt gewesen sei.

Farhang wünscht gutes deutsch-afghanisches Verhältnis

Dies sei umso bedauerlicher, als dass er nicht wünsche, dass die Affäre die Beziehungen zu Deutschland belasten werde, für die er sich kontinuierlich eingesetzt habe. «Als jemand, der sich immer für die deutsche Sprache, Kultur und Zusammenarbeit in Afghanistan engagiert habe, macht mich diesen Vorfall sehr traurig», erklärte der Minister.

In dieser Woche war bekannt geworden, dass der BND auf dem Computer des afghanischen Handels- und Industrieminister ein Spionageprogramm installiert hatte. Farhangs Korrespondenz mit der Journalisten Susanne Koelbl vom «Spiegel» sei dem Nachrichtenmagazin zufolge Gegenstand der Ausspähung gewesen. Das Programm - ein sogenannter Trojaner - habe jegliche Kommunikation überwacht und an den BND gesendet.(AP)



 
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