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Strengere Visa-Praxis: 

Zypries äußert Verständnis für China

21. Apr 2008 12:38
Zypries findet die Prüfung der Papiere vor der Einreise nach China legitim
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In der Vergangenheit sollen die Chinesen über fehlende Papiere bei der Einreise hinweg gesehen haben. Die Justizministerin findet es nach einem Gespräch mit ihrem chinesischen Amtskollegen richtig, dass diese Praxis nun geändert wird.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat Verständnis für Chinas strengere Visa-Praxis im Vorfeld der Olympischen Spiele geäußert. Chinas Justizminister Cao Kangtai habe ihr bei einem Gespräch am Sonntag in München versichert, dass die Rechtslage selbst nicht verschärft worden sei, sagte Zypries am Montag im Südwestrundfunk (SWR). Die chinesischen Behörden legten aber Wert darauf, dass alle für die Visa-Erteilung vorgeschriebenen Dokumente auch tatsächlich eingereicht würden.

In der Vergangenheit sei über das eine oder andere fehlende Papier auch einmal hinweg gesehen worden, sagte Zypries. Peking bestehe jetzt aus Sicherheitsgründen auf der strikten Einhaltung der Vorschriften. Der Justizminister und der chinesische Botschafter hätten ihr mit Blick auf die Olympischen Spiele gesagt: «Wir wollen uns hinterher nicht irgendwelche Versäumnisse vorwerfen lassen, dass wir nicht hinreichend ordentlich geprüft hätten.»

Es gehe offensichtlich nicht um eine Verschärfung der Gesetze, sagte Zypries. «Sondern es geht nur darum, dass man verwaltungsmäßig ordentlich prüft, ob alle Voraussetzungen da sind. Und ich finde, das ist nur legitim.» Der Rechtsstaatsdialog mit China sei weiter auf einem guten Weg, betonte die Ministerin. So hätten die Chinesen nach Gesprächen mit Deutschland festgelegt, dass die Polizei Gespräche zwischen Verteidigern und Beschuldigten nicht überwachen darf.

Verwirrung um Visa-Bestimmungen

In den vergangenen Wochen hatte es Verwirrung um die Visa-Bestimmungen für ausländische Studenten während der Olympischen Spiele im Sommer in Peking gegeben. Das Bildungsministerium in Peking hatte zuletzt Berichte, dass alle Studenten während der Sommerspiele das Land verlassen müssten, als «völlig falsch und unwahr» zurückgewiesen.

Zypries traf Cao am Sonntag im Rahmen des deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialogs, der bis Dienstag dauert. Das Treffen war bereits im vergangenen September geplant gewesen, nach einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Dalai Lama im Kanzleramt aber von China abgesagt worden.

Rechtsstaatsdialog zwischen Deutschland und China

Bei dem seit 2000 laufenden Rechtsstaatsdialog stehen Themen wie Menschenrechte, Produktpiraterie oder Korruption auf dem Programm. An dem Symposium über den Schutz geistigen Eigentums im Deutschen Patentamt nehmen rund 70 Experten aus beiden Ländern teil. Zypries hatte gesagt, sie könne Menschenrechtsfragen wegen des gewachsenen gegenseitigen Vertrauens offen ansprechen. Mit dem Rechtsstaatsdialog könne Deutschland darauf hinwirken, dass sich in China vieles zum Besseren entwickle. Die Volksrepublik habe Menschenrechte und Privateigentum 2004 in der Verfassung verankert. (dpa/AP)


 
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