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Haushalt 2009: 

Regierung schnürt striktes Sparpaket

21. Apr 2008 08:42, ergänzt 09:29
Diskutieren Haushalt 2009: Merkel (li.) und Steinbrück
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Um die im kommenden Jahr anstehenden politischen Vorhaben umsetzen zu können, müssen alle Bundesministerien kürzer treten. Kanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück haben sich im Grundsatz auf einen Sparkurs geeinigt.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wollen einem Zeitungsbericht zufolge allen Bundesministerien ein Sparpaket für den Haushalt 2009 verordnen. «Alle Ministerien müssen einen Sparbeitrag leisten, damit politisch gewollte Projekte wie die Erhöhung der Forschungsausgaben und zusätzliche Entwicklungshilfe finanziert werden können», heißt es laut «Handelsblatt» in der Spitze des Finanzministeriums.

Die Sparmaßnahmen scheinen nötig zu sein, denn auch im aktuellen Haushalt klafft nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ein großes Loch: Die im Etat verbuchten Einnahmen fielen von Januar bis März mit 58,8 Milliarden Euro zwar um 5,6 Prozent höher als im Vorjahr aus, wie aus dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. Dabei erhöhte sich der wichtigste Posten - die Steuereinnahmen - um 5,3 Prozent oder zweieinhalb Milliarden Euro auf 49,6 Milliarden Euro. Die Ausgaben stiegen aber zugleich um 1,3 Prozent auf 76,6 Milliarden Euro. Daraus ergab sich für das erste Quartal eine Finanzierungslücke von 17,8 Milliarden Euro, die erheblich über der für das Gesamtjahr 2008 angesetzten von 12,1 Milliarden Euro liegt.

Einen abgestimmten Sparkatalog zwischen Kanzleramt und Finanzministerium gebe es aber noch nicht. Merkel und Steinbrück wollten sicherstellen, dass die Neuverschuldung wie geplant bis 2011 auf Null gesenkt wird, zugleich aber politische Zusagen für mehr Forschungs- und Entwicklungsausgaben eingehalten werden. Die Aufstellung des Bundeshaushalts 2009 gestaltet sich wegen zahlreicher zusätzlicher Ausgabewünsche der Ministerien schwierig. Allein für 2009 haben die Ressorts zusätzliche Ausgaben von 7,5 Milliarden Euro angemeldet. Bis 2012 summieren sie sich auf 41 Milliarden Euro.

Steinbrück hatte mit der Drohung, vier besonders betroffenen Ressorts notfalls ohne deren Mitwirkung einen Etat zuzuweisen, für Aufsehen gesorgt. Dies betraf Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), Forschungsministerin Annette Schavan (CDU), Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (beide SPD).

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen (CDU), sagte der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung», Steinbrück hätte sich mit seinem Sparappell besser an Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) wenden sollen. «Finanzminister Steinbrück muss die Möglichkeiten ausschöpfen, die in den größten Einzeletats sind.» Er fügte hinzu: «Herr Scholz verfügt über 50 Prozent des Etats, das Wirtschaftsministerium über zwei Prozent. (nz/dpa)

 
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