Diskussion um Altersarmut:
Reiche sollen Renten sichern
21.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Rentner sind zunehmend von der Altersarmut betroffen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der SPD-Linke Schreiner will Reiche und Selbständige stärker am Rentensystem beteiligen. Er fordert für Deutschland ein ähnliches System wie in der Schweiz. Dort sei der Sozialausgleich höher.
In der Diskussion über die wachsende Altersarmut hat der SPD-Linke Ottmar Schreiner einen höheren Rentenbeitrag von Wohlhabenden gefordert. Nötig sei ein «neuer sozialer Ausgleich», sagte Schreiner der «Passauer Neuen Presse». Schreiner verwies auf das Rentensystem der Schweiz, wo alle Einkommensbezieher ohne Beitragsbemessungsgrenze in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlten, auch Millionäre seien in voller Einkommenshöhe beitragspflichtig. Zugleich werde die Rentenhöhe gedeckelt.
«Der Sozialausgleich ist weitaus größer als hierzulande. Was in der Schweiz möglich ist, muss auch für Deutschland möglich gemacht werden», forderte der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA). Schreiner plädierte auch dafür, dass alle - auch Selbstständige - Rentenbeiträge zahlen. Schreiner unterstützte den Vorstoß des stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Jürgen Rüttgers, der für langjährige Beitragszahler eine höhere Rente fordert: «Wer mehrere Jahrzehnte gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, muss eine Rente erhalten, die deutlich oberhalb der sozialen Grundsicherung liegt», wird Schreiner zitiert.
Altersarmut sieht der SPD-Linke derzeit allerdings nicht als gravierendes Problem an. «Noch ist es kein Kernproblem der Armut in Deutschland. Zur Zeit reden wir eher von einer 'Infantilisierung' der Armut, also Armut ganz überwiegend bei Kindern und Jugendlichen», sagte Schreiner. Derzeit seien etwa 2,5 Prozent Rentner im Bezug der Grundsicherung. Die Zahl habe sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht, «und das wird weitergehen», sagte der SPD-Politiker voraus. (AP)