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Frage der Verträglichkeit: 

TÜV fürchtet bei älteren Autos Biosprit-Schaden

20. Apr 2008 11:30, ergänzt 16:50
Schaden höhere Bioanteile den Fahrzeugen?
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Die Regierung musste gerade erst eine Verordnung zum Öko-Treibstoff zurückziehen. Jetzt stellt ein Experte auch die verbliebenen Pläne für die Diesel-Beimischung in Frage.


Der TÜV warnt vor möglichen Schäden an Automotoren durch den höheren Bio-Anteil im Diesel vom kommenden Jahr an. «Es gibt keine Garantie dafür, dass eine Erhöhung der Biodiesel- Beimischung von fünf auf sieben Prozent nicht zu mehr Ausfällen führen kann», sagte TÜV-Süd-Spezialist Walter Geier, Leiter der Abteilung Tank- und Kühlsysteme, der «Bild am Sonntag». Die neueste Generation von Dieselmotoren sei vermutlich für den siebenprozentigen Anteil der Bio-Beimischung in Diesel geeignet. «Aber bei Fahrzeugen der älteren Generation ist die Verträglichkeit nicht geklärt.» Die Biokraftstoffindustrie wies die Befürchtungen zurück.


Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte erst Anfang April die geplante Verdopplung des Bioethanol-Anteils in Benzin auf zehn Prozent gestoppt. Damit wollte er höhere Tankkosten für Millionen Autofahrer wegen Unverträglichkeit des Biosprits vermeiden. Der TÜV befürchtet auch bei Biodiesel Schäden. «Biodiesel kann bestimmte Gummimischungen angreifen», warnte Geier. «Dichtungen quellen auf oder lösen sich, Diesel tritt aus. Nicht zu vernachlässigen ist die nicht vorhandene Schmierwirkung des Biodiesels, was ebenfalls zu Ausfällen und zu erheblichen und teuren Schäden führen kann.»

Umweltministerium widerspricht

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie sieht keine Gefahr. «Schwierigkeiten für Pkw-Motoren durch die höhere Beimischung von Biodiesel zu mineralischem Diesel von fünf auf sieben Prozent sind nicht zu erwarten», teilte Jürgen Fischer vom Kraftstoff- Normungsausschuss im Deutschen Institut für Normung (DIN) mit. Das zeigten die vierjährigen Erfahrungen mit dem Biodiesel-Anteil von fünf Prozent und die «erfolgreiche Einführung» der siebenprozentigen Beimischung in Frankreich. Die Schmierfähigkeit des Kraftstoffs werde sogar verbessert. Die neue Norm solle spätestens Mitte Mai vorliegen.

Die Zeitung berichtet dagegen, dass die «Bio-Task-Force» des DIN – zu der Fischer gehört – Einwände gegen den neuen Dieselkraftstoff hat. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) liege seit August 2007 ein Bericht vor, in dem es heiße: «Selbst bei Verwendung von B5 (Diesel mit fünf Prozent Bio-Anteil) kann es zu einer grenzwertigen Ölverdünnung kommen, so dass mit B7 (sieben Prozent Bio-Anteil) bereits sicher fahrzeugtechnische Probleme zu erwarten sind. Daher stellt B7 keine geeignete Interimsmaßnahme zur Gewährleistung des Bestandsfahrzeugschutzes dar.»

Das Umweltministerium teilte «Bild am Sonntag» mit: «Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Einführung einer neuen Diesel- Sorte B7 in Deutschland zu irgendwelchen technischen Schwierigkeiten bei neuen oder alten Kraftfahrzeugen führen wird.» Bei der Normung gehe es nicht um die Frage, ob B7 eingeführt werde. «Offen ist lediglich eine technische Detailfrage bei der Umsetzung.» Über die Verordnung «wird das Bundeskabinett erst dann entscheiden, wenn der zuständige DIN-Ausschuss seine Arbeit abgeschlossen hat». (dpa)


 
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