Als Nachfolger von Bütikofer: 

netzeitung.deRatzmann erwägt Führungsjob bei den Grünen

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Volker Ratzmann (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Volker Ratzmann
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Er will prüfen, ob er in diese Schuhe passt: Der Berliner Grüne Volker Ratzmann hat sich den Avancen der Parteifreunde für ein hohes Amt nicht verschlossen. Letzte Zweifel haben mit seinem Alter zu tun.

Der Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzende Volker Ratzmann ist als Kandidat für die Nachfolge des Grünen-Bundesvorsitzenden Reinhard Bütikofer im Gespräch. «Ich bin von mehreren Leuten angesprochen worden, dass ich ein geeigneter Kandidat sei», sagte Ratzmann am Donnerstag. Er bestätigte damit einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung». «Das ist eine große Ehre und eine spannende Aufgabe gerade in der derzeitigen bundespolitischen Konstellation», sagte Ratzmann. Er denke darüber nach. «Das braucht Reflexion. Das ist ein großer Job. Ich muss überlegen, ob ich mir die Jacke anziehe.»

Bütikofer hatte im März bekanntgegeben, er werde beim Bundesparteitag im November nicht erneut als Parteivorsitzender kandidieren und sich um einen Sitz im Europaparlament bewerben wolle. Mehrere jüngere Grünen-Politiker, die als geeignete Nachfolger Bütikofers gehandelt wurden, haben bereits abgewunken. Die Co-Vorsitzende Claudia Roth, die dem linken Parteiflügel zugerechnet wird, hat ihre erneute Kandidatur angemeldet. In der Partei hatte es geheißen, Klarheit über die Kandidaten werde es nicht vor der Sommerpause geben.

Der Rechtsanwalt Ratzmann will jetzt Gespräche mit politischen Vertrauten auf Landes- wie auf Bundesebene führen. Es gehe auch um die Frage: «Wie kriegt man das Projekt Generationenwechsel hin, und passe ich da mit meinen 48 Jahren noch hinein?» Er begreife den Generationenwechsel auch als politischen mit neuen Gesichtern in der Führungsriege derjenigen, die die Grünen seit Mitte der 90er Jahre lenkten.

Ratzmann führt die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus seit 2003. Seit Ende 2006 übt er dieses Amt zusammen mit der früheren Bundestagsabgeordneten Franziska Eichstädt-Bohlig aus. In der Partei gibt es aber Zweifel, dass der 48-Jährige dem Anforderungsprofil eines jüngeren Realpolitikers für die Bütikofer-Nachfolge ausreichend entspricht. Der hessische Realo- Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour sagte: «Wir brauchen jetzt einen Integrationskurs in der Partei, der uns auf den Wahlkampf vorbereitet.» Ratzmann sei bisher aber vor allem durch seine Vorliebe für mögliche Jamaika-Bündnisse aus Union, FDP und Grünen aufgefallen, die in der Partei wenig beliebt sind.

Dies wies Ratzmann zurück. «Ich habe keine Vorliebe für Jamaika- Bündnisse, sondern ich habe Erfahrungen damit in der Opposition.» Seit der im Herbst 2006 begonnenen zweiten Amtszeit von Rot-Rot in Berlin arbeiteten CDU, Grüne und FDP in der Opposition besser zusammen, um gemeinsam dem Senat Paroli zu bieten. Das sei ein Experiment gewesen. (dpa)