Als Nachfolger von Bütikofer:
Ratzmann erwägt Führungsjob bei den Grünen
Der Rechtsanwalt Ratzmann will jetzt Gespräche mit politischen Vertrauten auf Landes- wie auf Bundesebene führen. Es gehe auch um die Frage: «Wie kriegt man das Projekt Generationenwechsel hin, und passe ich da mit meinen 48 Jahren noch hinein?» Er begreife den Generationenwechsel auch als politischen mit neuen Gesichtern in der Führungsriege derjenigen, die die Grünen seit Mitte der 90er Jahre lenkten.
Ratzmann führt die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus seit 2003. Seit Ende 2006 übt er dieses Amt zusammen mit der früheren Bundestagsabgeordneten Franziska Eichstädt-Bohlig aus. In der Partei gibt es aber Zweifel, dass der 48-Jährige dem Anforderungsprofil eines jüngeren Realpolitikers für die Bütikofer-Nachfolge ausreichend entspricht. Der hessische Realo- Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour sagte: «Wir brauchen jetzt einen Integrationskurs in der Partei, der uns auf den Wahlkampf vorbereitet.» Ratzmann sei bisher aber vor allem durch seine Vorliebe für mögliche Jamaika-Bündnisse aus Union, FDP und Grünen aufgefallen, die in der Partei wenig beliebt sind.
Dies wies Ratzmann zurück. «Ich habe keine Vorliebe für Jamaika- Bündnisse, sondern ich habe Erfahrungen damit in der Opposition.» Seit der im Herbst 2006 begonnenen zweiten Amtszeit von Rot-Rot in Berlin arbeiteten CDU, Grüne und FDP in der Opposition besser zusammen, um gemeinsam dem Senat Paroli zu bieten. Das sei ein Experiment gewesen. (dpa)

