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Lupe Bundestag stärkt Stammzellforschung

Deutsche Forscher dürfen frische Stammzellen importieren. Das hat der Bundestag entschieden. Eine völligen Freigabe lehnten die Parlamentarier aber ab.

Der Bundestag hat eine Verschiebung des Stichtags zum Import embryonaler Stammzellen auf den 1. Mai 2007 beschlossen. In namentlicher Abstimmung votierten am Freitag 346 Parlamentarier für einen entsprechenden Antrag. 228 stimmten dagegen, sechs enthielten sich. Der Stichtag legt das Alter der Stammzellen fest, an denen deutsche Forscher arbeiten dürfen.

Insgesamt standen vier Anträge zur Abstimmung. Die Parlaments-Initiative zur Abschaffung des Stichtages im Stammzellgesetz lehnten die Abgeordneten mehrheitlich ab, ebenso wie den Vorstoß zum Verbot der Stammzellenforschung. Über den vierten Antrag - die Regelung zur Stammzellforschung so zu lassen, wie sie ist - stimmten die Parlamentarier nicht mehr ab, da zuvor die Verschiebung des Stichtags beschlossen wurde.

In der Abstimmung über die Neufassung des Stammzellgesetzes gab es keinerlei Fraktionszwang. Jeder Abgeordnete solle nach seinem Gewissen entscheiden, hatten die Fraktionsspitzen im Vorfeld betont. Vor der Anstimmung hatten die Abgeordneten in einer letzten Debatte ausführlich ihre Ansichten ausgetauscht.

Viele Wissenschaftler hatten die Lockerung des Gesetzes gefordert. Mit den älteren Stammzellen sei Spitzenforschung nicht mehr möglich, hieß es. Für den neuen Stichtag hatten sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Forschungsministerin Annette Schavan (beide CDU) eingesetzt. Die Katholische Kirche hatte vor einer Veränderung des Stichtags gewarnt.

Die embryonalen Stammzellen gelten als «Alleskönner» und können nach Ansicht mancher Wissenschaftler zur Heilung schwerer Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs genutzt werden. Umstritten ist diese Forschung, weil die Gewinnung solcher Zellen den Tod des Embryos bedeutet. Forscher kritisieren aber, die alten Zelllinien seien inzwischen unbrauchbar und fordern neue. (nz/dpa)