31. Mrz 2008 08:00
Es klingt wie ein neuerliches Bündnis für Arbeit: Selten einmütig verkünden Regierung, Wirtschaft und Gewerkschaften, dass in Deutschland binnen zehn Jahren wieder jeder einen Arbeitsplatz haben könnte.
Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt gibt sich zuversichtlich: Für ihn haben die Reformen der Agenda 2010 maßgeblich dazu beigetragen, dass in den vergangenen beiden Jahren mehr als eine Million neue Arbeitsplätze entstanden seien. «Wir sind damit der Vollbeschäftigung ein beträchtliches Stück nähergekommen», so Hundt. Die Politik müsse diesen Weg jetzt fortsetzen. Der BDA-Präsident verlangte: «Finger weg vom gesetzlichen Mindestlohn, der Arbeitsplätze und Existenzen zerstört.» Ähnlich hatte sich auch Glos zum Mindestlohn geäußert.Die Gewerkschaften setzen auf andere Instrumente. «Vollbeschäftigung ist nötig und möglich. Mehr als drei Millionen neue Jobs gibt es aber nur durch eine andere Politik», sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer. Es seien jetzt mehr öffentliche Investitionen in Bildung, Forschung und Umwelt nötig. «Zudem helfen Mindestlöhne und kräftige Tariflohnsteigerungen, um die hartnäckige Konsumflaute zu überwinden», sagte Sommer weiter.
Optimistisch zeigte sich auch Bert Rürup, Vorsitzender der Wirtschaftsweisen: «Mittelfristig kann die Arbeitslosenquote auf drei bis vier Prozent gesenkt werden.» Erforderlich dazu seien «Tarifabschlüsse, die sich am gesamtwirtschaftlichen Verteilungsspielraum orientieren, die Weiterentwicklung des Arbeitslosengelds II zu einem wirksamen Kombilohnmodell sowie eine weitere Reduzierung der im internationalen Vergleich immer noch sehr hohen Belastung der Löhne mit Sozialabgaben», so Rürup.Am Dienstag gibt die Bundesagentur für Arbeit die neue Arbeitslosenzahl bekannt. Nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten ist sie im März um mindestens 100.000 gesunken - auf rund 3,5 Millionen. Dies sind im Vorjahresverglich 600.000 Erwerbslose weniger. Die Arbeitslosenquote falle damit unter 8,5 Prozent. (nz/dpa)