Von Transrapid bis Landesbank:
CSU steht zerstritten auf vielen Baustellen
28.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Tatsächlich sieht sich Beckstein nicht erst jetzt dem Vorwurf ausgesetzt, nicht entschieden genug für den Münchner Transrapid gekämpft zu haben. Schließlich hatte er bereits unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Oktober 2007 wenige Wochen nach Edmund Stoibers Jubel über den «endgültigen Durchbruch» für das Projekt betont, Bayern werde keinerlei Mehrkosten übernehmen. Und auch in seiner ersten Regierungserklärung im November sagte Beckstein zwar, er wolle den Transrapid. Er erklärte aber ebenso klipp und klar, Bayern werde sich in kein «finanzielles Abenteuer» treiben lassen. Die «Schmerzgrenze» sei mit 490 Millionen Euro klar beziffert.
Es könnte sein, dass Bayern das Geld dringend an anderer Stelle braucht. Ministerpräsident Günther Beckstein hält bei der Landesbank aufgrund der Finanzmarktkrise Belastungen in Höhe von vier Milliarden Euro für möglich. Das sagte der CSU-Politiker dem «Nordbayerischen Kurier». Er sei sicher, dass die Belastungen deutlich über die bisher bekannten 1,9 Milliarden Euro hinausgehen würden. Ein Sprecher der BayernLB wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Bilanzpressekonferenz der Bank am 3. April. Am selben Tag will der Landtag auf Antrag von SPD und Grünen einen Untersuchungsausschuss zur BayernLB einsetzen.
An Gesprächsstoff dürfte es damit nicht mangeln, wenn sich der CSU-Vorstand Ende kommender Woche zu einer zweitägigen Klausur in Wildbad Kreuth versammelt. All das, was sich von der BayernLB bis zum Transrapid inzwischen an Ärger angestaut hat, dürfte dort zur Sprache kommen, ebenso wie die aktuellen Sticheleien Ramsauers gegen Beckstein.

